Sommer in Berlin

Abkühlung gefällig? Kühle und ungewöhnliche Orte in Berlin

Bis zum Wochenende sollen die Temperaturen noch einmal auf 30 Grad klettern. Wir zeigen kühle, teils ungewöhnliche Orte in Berlin.

Am Montag sah es fast so aus, als könne man die Pullover wieder herauskramen. Doch das war nur ein Ausrutscher. Bis zum Wochenende sollen die Temperaturen noch einmal auf 30 Grad klettern. Gut also, wenn man ein paar kühle Plätze zum Ausspannen und Verweilen kennt. Einige Tipps:

Dom: 24 Grad

Diwa Masond, 20, und Tia Sidabutar, 20, ruhen sich auf den überdachten Treppen des Doms von ihrem Flug aus Rotterdam aus. „Seit acht Uhr sind wir auf den Beinen“, sagt Masond. Später wollen sie sich noch die Berliner Mauer ansehen. „Aber nach unserer Reise sind wir erst mal hier gelandet“, so Masond. Lustgarten, Museen und Unter den Linden kann man hier abseits von Touristenströmen vom Schatten aus betrachten. Für einen luftigen Ausblick auf das Sightseeing-Zentrum von Berlin besteigt man die Kuppel.

Berliner Dom, Öffnungszeiten: täglich 9:00 - 20:00 Uhr, Eintritt: 7 Euro (ermäßigt: 5 Euro)

U-Bahnhof Bundestag: 23 Grad

Jennifer Marotoglio, 29, und ihr Partner Andreas Hösli, 28, sind froh nach einem Fußmarsch vom Alexanderplatz für einige Minuten in der U-Bahnstation am Bundestag Abkühlung zu finden. „Bis gestern haben wir Urlaub in der Türkei gemacht, da hatten wir Temperaturen bis 40 Grad“, so Marotoglio. Nur wenige Meter von der Berliner Touristenmeile ist der Stopp am Bundestag so etwas wie der gehobene Partykeller unter den U-Bahnhöfen. Noch während der Baupause vor wenigen Jahren feierte dort Robbie Williams bei einer seiner Welttourneen. Dazwischen diente er mal als Aufführungsort für eine Oper, mal als Rennbahn für einen Kartwettbewerb. Inzwischen ist der Bahnhof zwar ruhiger, aber immer noch ein erholsamer Ort für Berliner wie Touristen – bei erfrischenden 22 Grad.

Pinguinhaus im Tierpark: 8 Grad

Pinguine mögen am liebsten antarktische Temperaturen. Im Berliner Tierpark wohnen sie deshalb in einem von Schwüle abgeschirmten Haus, das wie ein Kühlschrank wirkt. „Die Tiere leben in unserem Pinguinhaus ganzjährig bei Temperaturen zwischen sechs und acht Grad“, sagt Pressesprecherin Rieke Edelhoff. Damit die Temperatur konstant bleibt, ist eine Kühlanlage installiert. Langweilig wird es dem Tierparkbesucher auch an heißen Augusttagen nicht. „Die Pinguine sind das ganze Jahr gleichmäßig aktiv, und im Haus ist es so frisch, dass sie die derzeitig hitzigen Temperaturen in Berlin gar nicht erst mitbekommen“, so Edelhoff.

Pinguinhaus im Tierpark, Öffnungszeiten: täglich 9:00 - 18:30 Uhr Eintritt: 12 Euro (Kinder: 6 Euro)

Fernsehturm: 22 Grad

Wohl nirgends in Berlin ist man dem Himmel so nah wie auf dem Fernsehturm am Alexanderplatz. Von der Panoramaetage in rund 200 Metern Höhe kann man wunderbar die Stadt überblicken. Und das bei erfrischenden 22 Grad – „so wie das von unseren Gästen als angenehm empfunden wird“, sagt Pressesprecher Dietmar Jeserich. Wenn die Luft klar ist, dann reicht der Blick bis zu 40 Kilometer weit. In der Bar darüber – in einer halben Stunde dreht sie sich einmal um die eigene Achse – werden in der Happy Hour zwischen 14 und 16 Uhr eisgekühlte Cocktails für 7,50 Euro serviert. „Besonders beliebt ist der Fernsehturm in den Abendstunden, wenn die Sonne über der Stadt untergeht“, sagt Jeserich.

Öffnungszeiten: 9 bis 24 Uhr, Eintritt: 13 Uhr (Tageskarte), ermäßigt: 8,50 Euro

Berliner Aquarium: 21-23 Grad

Blau ist eine … kalte Farbe. Blautönen wird allgemein eine kühlende Wirkung nachgesagt. An heißen Sommertagen empfiehlt sich daher ein Besuch im Berliner Aquarium. Beim Spaziergang vorbei an Hammerhaifischen und Würfelquallen fällt die Außentemperatur gefühlt gleich um ein paar Grad nach unten. Besonders stimulierend wirken auch die tiefblauen Becken der Zitronenkugelfische und Hängebauchseepferdchen. Letztere leben in der Natur übrigens in Australien und Neuseeland, wo es im Sommer mehr als 40 Grad heiß werden kann.

Öffnungszeiten: 9:00 - 18:00 Uhr, Eintritt: 10 Euro (Kinder: 6,50 Euro)

Berliner Unterwelten: 10 Grad

Wer sich erfrischen und gleichzeitig etwas über die Berliner Geschichte des 20. Jahrhunderts erfahren möchte, der besucht am besten eine Führung des Berliner Unterwelten e.V. In Kreuzberg liegt z.B. im Gasometer eine Bunkeranlage versteckt, die noch im Zweiten Weltkrieg als Unterschlupf bei Bombenhagel und Fliegeralarm diente. Heute lässt sich sie im Rahmen von Führungen des Berliner Unterwelten e.V. passieren. In den Räumlichkeiten dokumentiert der Verein unter anderem die Schicksale der Kriegsflüchtlinge. Die Veranstalter empfehlen Jacken mitzunehmen, da die Temperaturen auch im Sommer oft kaum über die Zehn-Grad-Marke klettern.

Tour Geschichtsspeicher Fichtebunker, am Samstag um 12 Uhr, Fichtestraße 6 in 10967 Berlin-Kreuzberg vor dem Gasometer, Eintritt: 11 Euro / ermäßigt 9 Euro

Großer Tiergarten: 26 Grad

Wer am Wochenende keine Lust auf Kultur hat und sich lieber mit einem Buch in die Natur setzt, der kann sich an den zahlreichen Schattenplätzen der Stadt Abkühlung verschaffen. Zwischen Spree und Siegessäule bieten Bänke entlang der Wege und offene Rasenplätze Gelegenheit für eine Pause von Mittagshitze und Touristenströmen. Im Café am Neuen See bekommen die Gäste ab Mittag frisch gezapftes Bier serviert. Zu späterer Stunde finden im Teehaus im Englischen Garten an Sommerwochenenden Jazz- und Soul-Konzerte statt.

Naturkundemuseum: 18 Grad

Die Tier- und Pflanzenpräparate im Berliner Naturkundemuseum bedürfen einer besonderen Pflege. Um den Zersetzungsprozess aufzuhalten müssen die Säle klimatisiert, die Sammlungen bei maximal 18 Grad gelagert werden. Als Besucher kann man in den abgekühlten und vor der Mittagssonne geschützten Räumen mehr über die Entwicklung der Tierarten erfahren – von der Eiszeit bis heute. Seit einem Jahr ist übrigens auch Eisbär Knut wieder als Teil der Ausstellung „Highlights der Präparationskunst“ zu sehen.

Öffnungszeiten: Sonnabend und Sonntag 10-18 Uhr, Eintritt: 6 Euro (ermäßigt: 3,50 Euro)

Bunker Anhalter Bahnhof 18-20 Grad

Eine Gänsehaut holt man sich bei einem Besuch im Hochbunker am Anhalter Bahnhof. Und das gleich im doppelten Sinne. Als Schutzanlage gegen Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg verfügt er über dicke Mauern, die das Innere vor sommerlichen Temperaturen schützen. Und im vierten Stockwerk spukt es schon ab zwölf Uhr mittags im Gruselkabinett von Berlin Story. Der Geschichtsinteressierte geht lieber zwei Stockwerke tiefer. Dort zeigt eine Ausstellung seit diesem Frühjahr die 800-jährige Geschichte der Hauptstadt im Zeitraffertempo von einer Stunde.

Öffnungszeiten: Sonnabend und Sonntag von 12-20 Uhr ,Eintritt: 9,50 Euro (ermäßigt: 7,00 Euro)