Berlin

Grenzen überwinden

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Sabine Flatau

Junge Russen und Deutsche arbeiten an der Energie der Zukunft

Noch sind Sommerferien in Berlin. Doch auf dem TU Campus Euref in Schöneberg haben im August 40 junge Menschen die deutsch-russische Summer School zu erneuerbaren Energien absolviert. Die Russen und Deutschen hörten Vorlesungen, diskutierten, unternahmen Exkursionen und lernten neue Technologien in modernen Unternehmen kennen.

Auftakt für Kooperation

Der Bildungslehrgang ist ein Projekt des TU Campus Euref und der Föderalen Universität Ural in Jekaterinburg. Und er ist der Auftakt für die weitere Kooperation. Im kommenden Jahr wird die Summer School in Jekaterinburg fortgesetzt. „Unser Ziel ist längerfristig“, sagt Frank Behrendt, Professor an der Technischen Universität (TU) und Geschäftsführer der TU-Campus Euref GmbH. „Wir wollen einen energietechnischen und energiewirtschaftlichen deutsch-russischen Studiengang aufbauen, um den Austausch intensiver zu machen, um von den Sichtweisen und den Ausbildungstechniken der anderen Seite zu lernen.“

Zu den 20 Teilnehmern aus Jekaterinburg gehört auch Sofya Titova, 19. Ihre Bilanz: „Die Summer School ist eine wundervolle Möglichkeit, mehr über das deutsche Energiesystem und über Deutschland insgesamt zu lernen. Wir haben eine Menge über erneuerbare Energien erfahren.“ Die seien in Russland noch nicht so verbreitet, meint sie. „Aber es ist wichtig für unsere Generation. Wenn wir später im Beruf sind, können wir etwas ändern.“ Ihr Kommilitone Georgii Tishenin erzählt, ein hoher Prozentsatz der erneuerbaren Energie in Russland komme aus Wasserkraftwerken. Doch Elektroautos seien eine Seltenheit. „Es gibt nur zwei in ganz Jekaterinburg“, sagt er. Er hat weitere Unterschiede festgestellt. „Die Deutschen haben die Zukunft im Blick, die CO2-Emission, und sie versuchen, Energieeffizienz zu erreichen. Durch die erneuerbaren Energien ist der CO2-Ausstoß gesunken.“ Doch das werde nicht global geschehen, wenn die anderen Länder das nicht unterstützen, sagt der 23-Jährige.

Auch für die deutschen Teilnehmer, darunter Studenten und junge Führungskräfte, war die Summer School eine lehrreiche Zeit. „Es hat sich gelohnt“, so die Bilanz von Carsten Waecht­ler. Der 29-Jährige hat sein Studium an der TU Berlin fast beendet. Bei den Vorlesungen sei Gelegenheit gewesen, Themen zu vertiefen und bei Referenten nachzufragen. „Manches wurde ganz unterschiedlich bewertet“, erzählt er. Etwa die Frage, ob man Elektroautos als Speicher für Strom nutzen kann. „Für den einen war es die Musterlösung, der andere meint, man braucht es gar nicht erst zu versuchen.“

Für die TU und den Euref-Campus ist die Summer School ein wichtiges Projekt, nicht nur im Universitätsmaßstab. „Man muss sich darüber im Klaren sein“, sagt Professor Frank Behrendt, „wir haben schwierige Zeiten in der Kommunikation zwischen beiden Ländern.“