Prozess in Berlin

Ehefrau in Spanien getötet - Angeklagter kündigt Aussage an

Gerade in Berlin-Tegel gelandet, geht ein Mann auf Polizisten zu und gesteht eine schreckliche Tat: Er habe in Spanien seine Frau umgebracht.

Nach dem gewaltsamen Tod einer 69 Jahre alten Malerin in Spanien vor sieben Monaten steht ihr 53-jähriger Ehemann vor dem Berliner Landgericht. Der Frühpensionär soll seine Frau im gemeinsamen Haus in der Nähe von Alicante erwürgt haben.

Der frühere Mitarbeiter der Deutschen Bahn kündigte zu Prozessbeginn am Mittwoch an, er werde sich voraussichtlich am zweiten Verhandlungstag zum Vorwurf des Totschlags äußern.

Tödliches Ehedrama

Das aus Köln stammende Paar lebte etwa ein Jahr in der Nähe der spanischen Hafenstadt Alicante, als es laut Anklage zum tödlichen Ehedrama kam. Nachdem der Pensionär erneut Alkohol getrunken hatte, sei es zu einem Streit wegen seines Trinkverhaltens gekommen.

Die Ehefrau habe ihn beschimpft, „worauf er sie auf ihr Bett stieß, seine Hände um ihren Hals legte und mit aller Kraft zudrückte“, heißt es in der Anklage. Der Mann habe erst von der 69-Jährigen abgelassen, als sie sich nicht mehr bewegte.

"Eine Sicherung durchgebrannt"

Der Angeklagte war wenige Tage nach dem Geschehen abgereist. Am 18. Januar landete er auf dem Flughafen Berlin-Tegel und meldete sich umgehend bei der Polizei. Er habe in Spanien seine Ehefrau getötet, gab er Angaben zufolge zu Protokoll. Bei ihm sei im Streit „eine Sicherung durchgebrannt“, soll er damals erklärt haben. Nach dem Geständnis verständigten die Beamten ihre spanischen Kollegen. Diese fanden im Haus des Ehepaares die Leiche.

Die 69-Jährige hatte als Lehrerin Mathematik und Kunst unterrichtet. Später betrieb sie in Köln eine kleine Malschule. 2010 heirateten die Künstlerin und der Pensionär. Den Ruhestand wollten sie in Spanien verbringen. Der Sohn der Frau tritt im Prozess als Nebenkläger auf. Die Verhandlung wird am 25. August fortgesetzt.