Orang-Utan-Baby

So prächtig entwickelt sich Berliner Affenmädchen Rieke

Das Orang-Utan-Baby kam in Berlin zur Welt und lebt seit Februar in einem Affen-Zentrum in England. Nun gibt es neue Bilder von Rieke.

Sie hangelt sich durch bunte Seile, klammert sich an Kletternetze und schwingt an dünnen Tauen durchs Gehege: Rieke, dem gebürtigen Berliner Orang-Utan-Mädchen, scheint es in seiner neuen Heimat in Großbritannien bestens zu gehen.

Erstmals seit seinem Umzug in den Affenzoo „Monkey World“ in der südenglischen Grafschaft Dorset können Fans dem Affen-Baby jetzt beim Toben zuschauen. Zuletzt hatten Pfleger Rieke und ihren Spielkameraden Bulu Mata abseits der Öffentlichkeit mit der Flasche großgezogen. Rieke wurde in Berlin von ihrer Mutter verstoßen, Bulu Matas Mutter starb in Budapest eine Woche nach dem Wurf.

Orang-Utan-Mädchen Rieke in England
Video: BM Video / Monkey World

Die Orang-Utan-Kinder hätten sich sehr gut entwickelt, sagte Zoodirektorin Alison Cronin am Dienstag. Fünf Kilogramm bringt Rieke inzwischen auf die Waage, bei Bulu Mata sind es 6,9 Kilogramm. „Beide haben Gewicht zugelegt und Zähne bekommen“, sagte Cronin. „Sie klettern, spielen und entwickeln starke Muskeln.“

Rieke entdeckt die Welt auf eigene Faust

Diese sind auch in mehreren Videos zu sehen, die der Affenzoo jetzt veröffentlich hat. Wirkte Rieke auf früheren Bildern - meist eingewickelt in eine Decke - noch sehr klein und unbeholfen, scheint es nun, als entdecke sie ihre Welt auf eigene Faust: Langsam zieht sie sich an Seilen hoch, blickt neugierig hin und her, schnappt sich dann und wann ein Spielzeug und hangelt sich schließlich weiter.

Zurzeit spielen beide Affen noch abgetrennt von anderen Tieren in einem separaten Gehege. Durch einen Zaun aber können sie ihre Artgenossen im Orang-Utan-Kindergarten schon sehen und Kontakt aufnehmen, so eine Sprecherin des Zoos. Auf diese Weise sollen sie langsam dem Menschen entwöhnt werden. In den nächsten Wochen sollen sie ins große Gehege mit den anderen Affen-Kindern kommen.

Rieke auf menschliche Eltern angewiesen

Bislang ist Rieke genau wie Bulu Mata noch sehr auf ihre menschlichen Eltern angewiesen. Sechsmal am Tag wird sie gefüttert. Auf dem Speiseplan stehen neben Milch inzwischen auch weiche Früchte und Reis. Da die letzte Mahlzeit abends gegen 21.00 Uhr ansteht, schläft sie noch immer bei einem ihrer Pfleger zu Hause. Tagsüber soll sie ihre Mahlzeiten künftig vor den Augen der Zoo-Besucher bekommen.

Die Sprecherin rechnet damit, dass Rieke auch in Großbritannien zahlreiche Fans gewinnen wird. Im Berliner Zoo hatten sich kurz nach ihrer Geburt am 12. Januar lange Schlangen vor dem Gehege gebildet, indem die Kleine öffentlich gefüttert wurde. Rieke war über Wochen ein kleiner Medienstar in Deutschland.

An diesem Mittwoch wird der Internationale Tag des Orang-Utans begangen. Er soll das Bewusstsein für die sinkende Zahl der Affenart in der Wildnis schärfen. Denn jährlich werden nach Angaben von mehreren Tierschutzorganisationen bis zu 3000 Tiere getötet.