Prozess

Händler gesteht Betrug bei Gebrauchtwagen

Rund 70 Kunden hat ein Autohändler um ihr Geld betrogen. Sie zahlten, doch er lieferte nicht, gestand der 31-Jährige vor Gericht.

Ein Gebrauchtwagenhändler hat vor einer Moabiter Strafkammer gestanden, Kunden jahrelang planmäßig betrogen zu haben. „Ich bin ein chronischer Verleugner“, sagte der 37-jährige Daniel B. vor Gericht. Und so habe er auch immer wieder verdrängt, dass sein „Geschäftsmodell“ nicht funktionieren konnte. Er habe mit seinen Betrügereien zwar finanzielle „Löcher gestopft“, aber gleichzeitig noch größere verursacht.

Etwa 70 Kunden sind Opfer seiner Betrügereien geworden. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Schaden von mehr als 140.000 Euro aus. Wegen bandenmäßigen Betruges ist auch ein ehemaliger Mitarbeiter von B. angeklagt.

Daniel B. war schon mehrfach wegen Eigentumsdelikten, darunter auch wegen Betrugs, vorbestraft, als er im November 2010 einen Gebrauchtwagenhandel im Stadtteil Pankow eröffnete.

Die betrügerische Masche war simpel: In einigen Fällen nahm er von Interessenten Anzahlungen oder auch gleich den gesamten Kaufpreis entgegen, verkaufte das jeweilige Auto dann aber einem anderen Kunden. Für einen Wagen, erzählte er vor Gericht, habe er gleich drei Anzahlungen erhalten, um diesen später an einen Vierten zu veräußern. „Es gab Leute“, sagte er, „die haben sogar Anzahlungen geleistet, ohne eine Quittung zu fordern. Die haben in mir einen guten Menschen vermutet, und ich habe das ausgenutzt.“

In anderen Fällen nahm Daniel B. Wagen in Kommission und verkaufte sie. Wenn Kunden den Kaufpreis forderten, wurden sie vertröstet oder mit geringen Summen abgespeist.

Als einen der Gründe für die skrupellosen Betrügereien, die ja auf jeden Fall auffliegen mussten, nannte der gelernte Konstruktionsmechaniker seinen exzessiven Konsum von starken Schmerzmitteln. Er habe jeden Tag welche genommen, sagte er. Das habe seine Wahrnehmung stark beeinflusst: „Man hat keine Bedenken mehr.“ Erst nach seiner Inhaftierung habe er „mit einem gewissen Abstand erkennen“ können, was er getan habe und dass es keine Chance gab, da wieder herauszukommen.

Derzeit sitzt Daniel B. bereits wegen anderen Straftaten in Haft. Den notorischen Betrüger erwartet nun eine mehrjährige Gesamtstrafe. Der Prozess wird am 20. August fortgesetzt. mim