Deutsche Wetterdienst

Gewitter bringen erste Abkühlung - aber noch nicht in Berlin

Mini-Gewitter haben Berlin erreicht. Abkühlung brachten sie nicht. In Rathenow musste die Buga wegen Unwetters früh schließen.

Ein Blitz erhellt den Himmel über Buchholz, einem Stadtteil von Annaberg-Buchholz (Sachsen). Die extreme Hitze ist in weiten Teilen Ost- und Südddeutschlands von heftigen Gewittern beendet worden. Berlin bekommt noch keine Abkühlung.

Ein Blitz erhellt den Himmel über Buchholz, einem Stadtteil von Annaberg-Buchholz (Sachsen). Die extreme Hitze ist in weiten Teilen Ost- und Südddeutschlands von heftigen Gewittern beendet worden. Berlin bekommt noch keine Abkühlung.

Foto: Bernd März / dpa

Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Sonnabendnachmittag für Berlin eine „Warnung vor markantem Wetter" herausgegeben, da erste Gewitter Berlin erreichen konnten. Auf Facebook meldeten Leser Mini-Gewitter mit wenigen Tropfen Regen gegen 16.30 Uhr in Wittenau und Spandau. In den meisten Teilen Berlins blieb es heiß.

Buga frühzeitig geschlossen

In Rathenow (Landkreis Havelland) musste wegen eines Unwetters die Bundesgartenschau (Buga) verfrüht schließen. Eine geplante Abendveranstaltung mit elf Konzerten sei deshalb abgesagt worden, teilte die Buga am Samstag mit. Bei dem Unwetter sei die Veranstaltungstechnik beschädigt worden. Ob das Event nachgeholt werde, sei noch unklar. Das gesamte Gelände sei geräumt und geschlossen worden.

Mitte Juni war ein 49-jähriger Besucher auf der Bundesgartenschau von einem herabstürzenden Ast erschlagen worden. Bei starkem Sturm, Regen und Hagel war das Holzstück von einem Baum gebrochen.

Ozonwerte steigen an

Bis 19 Uhr warnt der DWD die Berliner noch vor Hitze. Es ist der sechste Hitzetag in Folge. Die gefühlte Temperatur liegt bei 32 Grad. Vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit bringe die Menschen ins Schwitzen, heißt es beim DWD. Bis Sonntagabend soll das schwüle Wetter anhalten.

Damit steigen auch die Ozonwerte wieder an. Mit Werten von mehr als 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter rechnet die Senatsverwaltung für Umwelt im Stadtgebiet Berlin. Auch für Brandenburg seien erhöhte Werte zu erwarten.

>>>Die aktuelle Wettervorhersage für Berlin

Empfindliche Menschen sollten vor allem am Nachmittag anstrengende Tätigkeiten im Freien vermeiden, hieß es. Nach Möglichkeit sollten die Berliner auf das Autofahren verzichten. Die Abgase von Autos und anderen Verbrennungsmotoren tragen laut Senatsverwaltung wesentlich zur großräumigen Ozonbildung bei. Die kritische Ozonbelastung für eine Warnung aller Menschen liegt bei 240 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Eine Abkühlung ist erst Anfang kommender Woche zu erwarten. Mehr Gewitter mit Starkregen sind vor allem am Sonntag möglich, heiß es vom DWD. Sie ließen sich aber nicht sicher vorhersagen. Grund dafür ist laut DWD der anhaltende Zustrom sogenannter gewitterträchtiger Luft aus dem Süden.

Schlagartige Abkühlung in anderen Teilen des Landes

In anderen Teilen Deutschlands haben heftige Gewitter bereits binnen weniger Stundendie Luft kräftig abgekühlt. Schlagartig brachten sie von Freitag auf Samstag etwa zehn Grad niedrigere Temperaturen und dazu Unfälle und schwere Schäden etwa durch Blitzeinschläge. Im Großraum Stuttgart regnete es nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (DWD) so stark wie in den vergangenen fünf bis zehn Jahren nicht mehr.

Vor allem die Mitte des Landes soll es in den kommenden Tagen wieder treffen. Dabei gehen die Temperaturen am Sonntag örtlich auf bis zu 14 Grad zurück, wie der DWD am Sonnabend in Offenbach vorhersagte.

Zerstörte Oberleitungen in Sachsen-Anhalt

In Ostdeutschland führte der Starkregen vielfach zu überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. In Sachsen überschlug sich auf der A4 bei Zwickau ein Auto wegen Aquaplanings: ein 47-Jähriger starb, seine Frau (43) und seine Tochter (17) wurden als Mitfahrer schwer verletzt. Der Mann war nach ersten Angaben zu schnell unterwegs.

Im Süden Sachsen-Anhalts zerstörten abgeknickte Äste Oberleitungen. Mehrere Blitze schlugen in Dächer und auf Felder ein. Im Landkreis Börde brannten vermutlich wegen eines eingeschlagenen Blitzes rund 1000 Strohballen - die Feuerwehr ließ in der Nacht das riesige Feuer bei Zobbenitz kontrolliert abbrennen.

Im Erzgebirgskreis wurde ein 19 Jahre alter Feuerwehrmann verletzt, als er den Brand eines Dachstuhls in Gelenau löschen wollte. Ein Blitz war zuvor in das Haus eingeschlagen. Herabfallende Dachteile trafen den jungen Mann.

Schäden in sechsstelliger Höhe in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg setzten Blitze Dächer in Brand und verursachten teils Schäden in sechsstelliger Höhe. Zwei Menschen wurden verletzt. Über die Region Stuttgart zog ein heftiger Sturm: Wasser flutete Keller, Bäume knickten um und Äste flogen umher. In einer Stunde fiel mehr Regen als sonst im ganzen Monat, wie Polizei, Feuerwehren und der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilten.

In mehreren Städten und Gemeinden in den Regionen Oberschwaben und Rhein-Neckar brannten seit Freitagnachmittag Dächer durch Blitzeinschläge. Eine Frau wurde in Laupheim bei Biberach durch einen Stromschlag verletzt, weil sie ihre Hand am Fenster hatte, als der Blitz einschlug.

Ab Mittwoch wieder weniger Regen

Auch in Teilen Bayerns entwickelten sich im Laufe des Freitags Gewitter. Laut Polizei hielten sich die Schäden aber in Grenzen. Mit den Unwettern fielen die Temperaturen rapide: In München waren am Nachmittag noch über 30 Grad registriert worden - abends waren es noch um die 20. Am 7. August war in Kitzingen der deutsche Rekord von 40,3 Grad registriert worden.

Am Mittwoch schwächt sich der Regen in ganz Deutschland etwas ab. Ob dann die Temperaturen aber wieder in die Höhe schnellen? Die Meteorologen sind sich noch nicht sicher.

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