38,9 Grad sind am Freitag in Berlin gemessen worden, das ist Rekord. In Bayern war es sogar noch heißer.

So ist der Sommer in Berlin

Sommer in Berlin: Der Flughafensee in Tegel bringt Abkühlung.
Sommer in Berlin: Der Flughafensee in Tegel bringt Abkühlung. © dpa
Auch der Strand am Tegeler See ist voll.
Auch der Strand am Tegeler See ist voll. © dpa
Trotzdem finden sich noch romantische Plätzchen.
Trotzdem finden sich noch romantische Plätzchen. © dpa
Das Strandbad Wannsee aus der Luft.
Das Strandbad Wannsee aus der Luft. © AP
Da muss doch noch Platz für ein Handtuch sein.
Da muss doch noch Platz für ein Handtuch sein. © dpa
Doch ersteinmal heißt es am Eingang Schlange stehen...
Doch ersteinmal heißt es am Eingang Schlange stehen... © dpa
... bevor die Wasserrutsche lockt.
... bevor die Wasserrutsche lockt. © dpa
Ringe, Luftmatratzen, Schimmnudeln - die badeutensilien sind vielfältig.
Ringe, Luftmatratzen, Schimmnudeln - die badeutensilien sind vielfältig. © dpa
Segeln oder Planschen - am Wannsee ist für alle Platz.
Segeln oder Planschen - am Wannsee ist für alle Platz. © dpa
Eine Gruppe Badender steht im flachen Wasser des Wannsees. Das kühlt  von unten.
Eine Gruppe Badender steht im flachen Wasser des Wannsees. Das kühlt von unten. © dpa | Stephanie Pilick
Gut besucht ist auch das Sommerbad Humboldthain. Bis nach Mitternacht kann man dort im Fastenmonat Ramadan ins Becken springen.
Gut besucht ist auch das Sommerbad Humboldthain. Bis nach Mitternacht kann man dort im Fastenmonat Ramadan ins Becken springen. © dpa
Ein Mann erfrischt sich an einem Berliner Brunnen.
Ein Mann erfrischt sich an einem Berliner Brunnen. © dpa
Touristzen kühlen sich im Lustgarten an einem Springbrunnen ab.
Touristzen kühlen sich im Lustgarten an einem Springbrunnen ab. © dpa
Von einer Strandbar am Spreeufer hat man einen guten Ausblick auf die Ausflugsschiffe.
Von einer Strandbar am Spreeufer hat man einen guten Ausblick auf die Ausflugsschiffe. © dpa
Vor einem Restaurant lässt sich eine Frau von einem Ventilator anpusten.
Vor einem Restaurant lässt sich eine Frau von einem Ventilator anpusten. © dpa
Nicht bewegenist die richtige Wahl. Eine Frau döst im Lustgarten unter einem Hut.
Nicht bewegenist die richtige Wahl. Eine Frau döst im Lustgarten unter einem Hut. © dpa | Paul Zinken
Feuchte Luft vor dem Paul-Löbe-Haus in Tiergarten. Ein Radfahrer fährt an den Beregnungsanlagen  vorbei. In der Fassade spiegelt sich das Kanzleramt.
Feuchte Luft vor dem Paul-Löbe-Haus in Tiergarten. Ein Radfahrer fährt an den Beregnungsanlagen vorbei. In der Fassade spiegelt sich das Kanzleramt. © dpa | Soeren Stache
Eine junge Frau sitzt am Plötzensee mit einem Bikini im Retro-Stil auf einer ins Wasser ragenden Weide.
Eine junge Frau sitzt am Plötzensee mit einem Bikini im Retro-Stil auf einer ins Wasser ragenden Weide. © dpa | Monika Skolimowska
Wetter und Wasser geht in diesen Tagen zusammen. Am Neptunbrunnen spielt Vereana mit ihrem neun Monate alten Sohn Lenny an einer Wasserfontäne.
Wetter und Wasser geht in diesen Tagen zusammen. Am Neptunbrunnen spielt Vereana mit ihrem neun Monate alten Sohn Lenny an einer Wasserfontäne. © dpa | Monika Skolimowska
Das Brandenburger Tor spiegelt sich in der Sonnenbrille einer Touristin.
Das Brandenburger Tor spiegelt sich in der Sonnenbrille einer Touristin. © dpa | Florian Gaertner
Schülerinnen baden im Brunnen im Lustgarten in Berlin.
Schülerinnen baden im Brunnen im Lustgarten in Berlin. © dpa | Monika Skolimowska
Hitze und Bewegung sind nicht gesund. Vorbildlich also der Mann, der auf einer Bank am Plötzensee in Berlin ausruht und vorbeifahrende Tretboote beobachtet.
Hitze und Bewegung sind nicht gesund. Vorbildlich also der Mann, der auf einer Bank am Plötzensee in Berlin ausruht und vorbeifahrende Tretboote beobachtet. © dpa | Gregor Fischer
Ein klassischer Fall von A...-Bombe. Schadi (16, l) und Yasin (15) springen in einem Berliner Freibad ins Wasser.
Ein klassischer Fall von A...-Bombe. Schadi (16, l) und Yasin (15) springen in einem Berliner Freibad ins Wasser. © dpa | Florian Gaertner
Jugendliche hüpfen von einem Steg aus in den Flughafensee in Tegel.
Jugendliche hüpfen von einem Steg aus in den Flughafensee in Tegel. © dpa | Paul Zinken
Die Geranien recken sich der Sonne entgegen, der Schirm schützt die menschlichen Bewohner. Gesehen auf einem Balkon in Berlin. Auch ein guter Ort, um die Sommerhitze auszuhalten.
Die Geranien recken sich der Sonne entgegen, der Schirm schützt die menschlichen Bewohner. Gesehen auf einem Balkon in Berlin. Auch ein guter Ort, um die Sommerhitze auszuhalten. © dpa | Lukas Schulze
Sich hinzulegen ist in der Hitze natürlich noch schonender als sitzen. Eine Schülergruppe genießt an einer Brunnenanlage vor dem Bundeskanzleramt in Berlin das warme Sommerwetter.
Sich hinzulegen ist in der Hitze natürlich noch schonender als sitzen. Eine Schülergruppe genießt an einer Brunnenanlage vor dem Bundeskanzleramt in Berlin das warme Sommerwetter. © dpa | Wolfgang Kumm
Eine Gruppe junger Leute fährt mit einem Tretboot am Freibad Plötzensee in Berlin vorbei.
Eine Gruppe junger Leute fährt mit einem Tretboot am Freibad Plötzensee in Berlin vorbei. © dpa | Gregor Fischer
Touristen schützen sich mit Schirmen auf einem Ausflugs-Boot auf der Spree vor der Sonne.
Touristen schützen sich mit Schirmen auf einem Ausflugs-Boot auf der Spree vor der Sonne. © dpa | Stephanie Pilick
Nicht nur Menschen wird heiß. Hund Romeo erfrischt sich.
Nicht nur Menschen wird heiß. Hund Romeo erfrischt sich. © dpa | Florian Gaertner
Abkühlung von innen. Mia hält auf dem Pariser Platz in Berlin ein Eis in Händen.
Abkühlung von innen. Mia hält auf dem Pariser Platz in Berlin ein Eis in Händen. © dpa | Gregor Fischer
Menschenleer ist die Landschaft im Nationalpark Unteres Odertal bei Schwedt. Ein guter Rückzugsort.
Menschenleer ist die Landschaft im Nationalpark Unteres Odertal bei Schwedt. Ein guter Rückzugsort. © dpa | Stephanie Pilick
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Berlin hat am Freitag einen neuen Hitzerekord erlebt. Am späten Freitagnachmittag meldete der Deutsche Wetterdienst den Tageshöchstwert von 38,9 Grad, gemessen an der Station Berlin-Kaniswall in Müggelheim. Das ist der höchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn in der Hauptstadt. Der bisherige Höchstwert wurde am 16. Juni 2007 an derselben Messstation gemessen: 38,6 Grad. Nach Angaben von Meteorologen hat nur eine Wolkendecke verhindert, dass sich auch die Berliner Innenstadt auf Rekordwerte aufheizen konnte. Fest steht: Berlin schwitzte und stöhnte am bislang heißesten Tag des Sommers.

Thomas Lengfelder reibt sich bei solchen Temperaturen die Hände. Er ist Hauptgeschäftsführer des Berliner Hotel- und Gaststättenverbands und sagt: „Nichts ist besser als gutes Wetter – die Schiffe sind voll, die Biergärten sind voll.“ Für ausreichend Getränkenachschub sei gesorgt.

Auch die Berliner Strandbäder haben bei der Hitze Hochkonjunktur. Und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) gibt für den Sprung ins kühle Nass grünes Licht. Trotz des grünen Schleiers, der sich auf so manchem Berliner See breitmacht. Zwar berichtet das Lageso bereits von einem mäßigen Vorkommen von Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt. Dies hängt unter anderem mit den gestiegenen Wassertemperaturen zusammen. Giftstoffe, auf die manche Menschen etwa mit Hautreizungen reagieren, haben die Blaualgen bisher aber offenbar nicht gebildet: Die Werte sind laut Lageso bislang unkritisch. Auch in den Brandenburger Seen kann bedenkenlos gebadet werden: Das Verbraucherschutzministerium bescheinigte allen 251 offiziellen Badestellen gute bis ausgezeichnete Wasserqualität.

Ein Glück, denn traditionell steigt die Quecksilbersäule des Thermometers vor allem im Süden Brandenburgs auf die höchsten Werte im Nordosten der Bundesrepublik. Der Höchstwert von 39,2 Grad, in Lübben am 3. August 1992 gemessen, konnte am Freitag aber nicht gebrochen werden. Am heißesten war es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Langenlipsdorf (Teltow-Fläming) mit 38,6 Grad.

Nachdem die Feuerwehr im Laufe der Woche mehrmals ausrücken musste, bleibt die Waldbrandgefahr in Brandenburg weiter extrem hoch. In zehn Landkreisen herrscht die fünfte, also höchste Warnstufe – in den restlichen vier Landkreisen im Norden Brandenburgs gilt Gefahrenstufe 4. In diesem Jahr gab es rund 240 Waldbrände, bei denen gut 300 Hektar beschädigt wurden. Wegen der ausgedehnten Kiefernwälder und sandigen Böden, die nach Starkregen kaum Wasser speichern, ist die Brandgefahr in den Brandenburger Wäldern besonders hoch. Deshalb gilt: Feuermachen, Grillen und Rauchen ist ganzjährig verboten.

Wegen der hohen Brandgefahr gilt auch im Monbijou-Park in Berlin-Mitte seit Donnerstag ein Grillverbot. Offenes Feuer sei bei der extremen Trockenheit mit Gefahren für Menschen, Tiere, Natur und Sachgütern unkalkulierbar.

In den Rathäusern der restlichen Bezirke denkt man indes nicht über ein Grillverbot nach. In Charlottenburg-Wilmersdorf etwa verweist man auf die zwei ausgewiesenen Grillplätze im Preußenpark und am Goslarer Ufer. „Die sind so beschaffen, dass dort im Moment keine Gefahr zu erwarten ist“, sagt Katrin Lück, aus dem Büro des Bezirksstadtrats für Ordnungsangelegenheiten. Auch auf dem Tempelhofer Feld dürfen auf den Grillplätzen weiter Würstchen geröstet werden. Generell gilt: in den öffentlichen Grünanlagen darf nur dort gegrillt werden, wo der jeweilige Bezirk eine Wiese eigens dafür ausgewiesen hat. Wer gegen die Verbote verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Und die kann mit Bußgeld bestraft werden.

Dabei war es am Freitag auch ohne glühende Kohle vielen schon viel zu heiß in der Hauptstadt. Besonders bei älteren Menschen gefährden die hohen Temperaturen schnell die Gesundheit. Trinken sie nicht genug, dehydrieren sie in Kombination mit einer entwässernden Dauermedikation schnell und werden ohnmächtig. „Spätestens wenn Senioren bei einer Ohnmacht stürzen und sich gefährliche Knochenbrüche zuziehen, werden sie bei uns eingeliefert“, berichtet die Rettungsstelle der Evangelischen Elisabeth Klinik.

Aber selbst wenn es dazu nicht kommt: apathisches Verhalten und ausgetrocknete Schleimhäute seien Zeichen für einen Wassermangel. Bei Hitze werden dem Körper zusammen mit der Flüssigkeit auch Zucker und Salze entzogen, so dass man unbedingt ausreichend trinken sollte. „Mineralwasser, Brühen und Zuckerlösungen sind die beste Wahl, entwässernde Tabletten sollten in Absprache mit dem behandelnden Arzt bei großer Hitze nicht weiter eingenommen werden“, rät Susanne Fuhr, Leiterin der Ernährungsmedizin an der Klinik. Auch Alkohol sollte bei großer Hitze nur in kleinen Mengen getrunken werden. „Gerade Jugendliche übertreiben oft und finden sich dann bei uns in der Rettungsstelle wieder“, so der Arzt.

Hohe Ozonbelastung

Ihr Kollege Felix Schwenteit, der Freitag die Rettungsstelle des Krankenhauses leitete, berichtet von keinen besonders hohen Patientenzahlen – trotz rekordverdächtiger Hitze. „Im Moment sieht es noch relativ gut aus“, sagt Schwenteit, „die Berliner wissen inzwischen wohl, wie sie sich bei Hitze verhalten sollten.“ Allerdings erwarte er gegen Abend mehr Patienten.

Weiteres Problem in der Sommerhitze: Die hohe Ozonbelastung. Bereits am Freitagvormittag sei ein Wert von 170 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen worden, sagte ein Meteorologe von der Freien Universität Berlin. Die Alarmschwelle von 240 Mikrogramm wurde am Freitag aber nicht erreicht.

Auch am Wochenende können die Ozonwerte für empfindliche Menschen eine Belastung werden. Für die Hauptstadt erwartet das Rheinische Institut für Umweltforschung der Universität Köln am Sonnabend Werte bis 180 Mikrogramm. Erst der Sonntag bringt Erleichterung. Das Institut prognostiziert nur noch 74 Mikrogramm. Das hängt mit dem Temperaturrückgang zusammen, den der Wetterdienst für Sonntag voraussagt. Während es am Sonnabend zunächst noch schwül-warm mit Temperaturen zwischen 28 bis 35 Grad bleibt, können im Verlauf des Tages Wolken aufziehen, die örtlich Regenschauer bringen. Am Sonntag kühlt es sich dann etwas ab: auf etwa 28 Grad.

Hitzerekord in Kitzingen eingestellt

An der Wetterstation im bayerischen Kitzingen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag erneut den deutschen Hitzerekord von 40,3 Grad Celsius gemessen. Der bereits am 5. Juli erreichte Höchstwert sei dort erneut gemessen worden, teilte der DWD mit.

Der Hitzerekord wurde damit in diesem Jahr bereits zweimal erreicht. Er liegt um 0,1 Grad über dem bisherigen Spitzenwert von 40,2 Grad, der 2003 in Freiburg und Karlsruhe erreicht worden war. Bevor ein Rekord vom DWD offiziell anerkannt wird, werden die Daten erst auf Plausibilität geprüft, um Messfehler und andere Störfaktoren auszuschließen.

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