S-Bahn-Linie 21

S-Bahn-Strecke zum Hauptbahnhof wird teurer und kommt später

Sie ist die größte Bahn-Baustelle in der Berliner Innenstadt: die neue S-Bahn-Strecke zum Hauptbahnhof. Doch das Projekt macht Probleme

Der Bau der neuen Berliner S-Bahn-Strecke vom nördlichen Ring über den Hauptbahnhof zum Potsdamer Platz wird teurer als geplant.

Eigentlich sind für die S21 nach Bahnangaben 227 Millionen Euro vorgesehen. "Von einer Steigerung der Kosten gegenüber den bisherigen Planzahlen muss allerdings aufgrund der Preissteigerung, einem höheren Ausstattungsniveau und den neuen Planungen für den Bereich Hauptbahnhof ausgegangen werden", zitierte nun Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler das Unternehmen.

Auch der Zeitplan wird demnach überarbeitet. Ursprünglich sollte der erste Abschnitt von den Bahnhöfen Wedding und Westhafen zum Hauptbahnhof Ende 2017 in Betrieb gehen.

Keine neue Summe für Baukosten genannt

Eine neue Summe für die Baukosten nannte Gaebler in seiner Antwort auf eine Anfrage der Grünen jedoch nicht. Im Februar war über Zusatzkosten von 90 Millionen Euro spekuliert worden. Der Bund, der 60 Prozent der Kosten trägt, lässt unterdessen prüfen, ob das Projekt noch förderungsfähig ist. Die Nutzen-Kosten-Untersuchung soll bis Jahresende vorliegen.

Probleme machen neben dem sandigen Baugrund und hohem Grundwasser schon verbaute Tunnelteile. Bevor der neue Hauptbahnhof 2006 eröffnete, waren große Teile des rund 600 Meter langen Tunnels für die S21 bis zum Hauptbahnhof schon gebaut worden - nach Bahnangaben teils jedoch anders als in den Plänen. Bauwerksübergänge und Abdichtungen stimmen demnach nicht. Das behindere auch den geplanten Bau des unterirdischen S-Bahnhofs im Hauptbahnhof, neben dem U-Bahnhof.

Deshalb soll möglicherweise für eine Übergangszeit nördlich des Hauptbahnhofs ein S-Bahnsteig zwischen der Invalidenstraße und der B96 gebaut werden. Offen ist den Angaben zufolge noch, ob an der Perleberger Brücke ein weitere S-Bahnhof gebaut wird.

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