Berlin

Wie Räuber Luxusläden am Kudamm überfallen

Juweliere, Banken, KaDeWe, Apple Store: Immer wieder schlagen Räuber am Kurfürstendamm zu. Der Schaden geht in die Millionen.

Am 20. September 2014 überfielen Unbekannte einen Geldtransporter vor dem Apple Store. Die Maskierten konnten flüchten

Am 20. September 2014 überfielen Unbekannte einen Geldtransporter vor dem Apple Store. Die Maskierten konnten flüchten

Foto: dpa/Jörg Carstensen

Ein Hotspot für gewalttätige Übergriffe auf Menschen ist Berlins beliebter Einkaufsboulevard in der City West nicht. Als Anziehungspunkt für Gewaltverbrecher, die vor allem Beute machen wollen, hat der Kurfürstendamm sich dagegen einen Namen gemacht.

Einer der spektakulärsten Fälle war der Überfall auf einen Geldtransporter vor dem Berliner Apple Store. Im September 2014 hatten drei Maskierte an einem späten Sonnabendnachmittag mitten auf der belebten Shoppingmeile einen Geldboten mit ihren Schusswaffen bedroht. Anschließend schubsten sie den Mann in seinen Transporter und rannten mit dem Geldkoffer samt den Tageseinnahmen des Geschäftes davon. Der Fluchtwagen wartete mit laufendem Motor auf der anderen Straßenseite. Und schon wenige Wochen später, einen Tag vor Heiligabend 2014, nahmen sich Räuber denselben Apple Store zum Ziel: Sie rasten mit einem Auto in den Laden und entwendeten durch die so aufgebrochene Eingangstür zahlreiche Elektronikartikel. Auch in diesem Fall stand ein Fluchtfahrzeug in der Nähe bereit.

Überfall im KaDeWe

Kaum weniger Aufsehen erregte ein Überfall auf die Juwelierabteilung im KaDeWe am Tauentzien. Fünf maskierte Männer waren dort am 21. Dezember 2014, ausgerechnet am besonders publikumsträchtigen Sonnabend vor Weihnachten, kurz nach Geschäftsöffnung mit einem dunklen Audi an der Ansbacher Straße auf den Bürgersteig gefahren und hatten vor dem dortigen Eingang gehalten. Mit „Überfall!“-Rufen stürmten sie in das Kaufhaus, einem Sicherheitsmann sprühen sie Reizgas ins Gesicht, das sich auch im Raum verteilte. Nachdem die Räuber mehrere Glasvitrinen zertrümmert hatten, machten sie sich mit den geraubten Uhren und Schmuck im Wert von rund eineinhalb Millionen Euro durch einen Nebeneingang aus dem Staub. Kunden im KaDeWe flüchteten nach draußen.

Dass Luxuswaren die Gier Krimineller wecken, wurde auch der Boutique Christ zum Verhängnis. Im März dieses Jahres zerschlugen drei Männer die gläserne Eingangstür, entwendeten rund 20 Lederjacken im Wert von mehreren tausend Euro und flüchteten in einem Wagen, in dem ein Komplize gewartet hatte. Auch bei diesem Überfall an einem Mittwochabend gegen 21.30 Uhr war der Boulevard belebt, Passanten riefen die Polizei. In eine Edelboutique an der Bleibtreustraße seitlich des Kudamms kamen die Täter Mitte Februar kurz nach Mitternacht. Ihre Beute: Pelze, Abend- und Cocktailkleider.

Kleidung aus Geschäft geklaut

Gefasst wurden noch auf frischer Tat drei Diebe, die im März 2015 in einem Geschäft an der Tauentzienstraße während der Öffnungszeiten ebenfalls hochwertige Bekleidungsstücke stehlen wollten. Ein Ladendetektiv hatte beobachtet, wie die von einem der Täter in der Umkleidekabine deponierte Ware von einem anderen Täter abgeholt wurde.

Auch Banken sind immer wieder Ziele von Dieben. Zwei Einbrüche innerhalb von zwei Wochen in Geldinstitute an Kudamm und Tauentzien vermeldete die Polizei Anfang 2014. Spektakulär, aber wohl weniger ertragreich als von den Tätern erhofft war ein Einbruch in die Commerzbank am Kudamm im Jahr 2008: 250 Schließfächer öffneten diese damals, nur in 100 Fächern konnten sie allerdings Beute machen.