Theatertreffen

European Theatre Encounter zum ersten Mal in Berlin

Seit zehn Jahren gibt es das Projekt. Zum ersten Mal ist nun auch die Hauptstadt dabei. Am Mittwoch kam es zum Finale

Ein Berliner Theater ist zum allerersten Mal „Partner und Austragungsort“ beim European Theatre Encounter, einem EU-weiten Theaterprojekt für Jugendliche. Über zwei Jahre lang haben vier Autoren aus vier Ländern vier Stücke entwickelt. Nun kam es zum großen Finale. Mitte Juli hatten die 32 Teilnehmer fünf Tage lang die Chance, fast unveröffentlichte Theatertexte für und über Jugendliche „zu kosten“ und am Mittwoch im Grips Podewil an der Klosterstraße in Mitte in einem englischsprachigen, zweistündigen Programm zu präsentieren.

Das Projekt gibt es seit zehn Jahren, aber dass ein Berliner Theater mit dabei ist, das hat es bisher noch nie gegeben. In der Runde 2013 – 2015 wurde das Theatre Café Festival vom Grips Theater (Berlin), Imploding Fictions (Oslo), York Theatre Royal (York, Großbritannien) und Die Toneelmakerij (Amsterdam) veranstaltet.

Junge Menschen verbinden

Als das letzte Stück am Mittwochabend zu Ende war, kamen noch einmal alle Spieler auf die Bühne gestürmt und tanzten ausgelassen. Dann donnerte der Applaus los, es wurde gejohlt und gepfiffen. Als die Regisseure auf die Bühne gerufen wurden, klatschen die Spieler. Im Anschluss gab es Buffet und Party. Die Stimmung war ausgelassen, alle saßen draußen im Garten, redeten und lachten, Gläser klirrten. Die Luft schmeckte nach Sommer, der Himmel färbte sich immer dunkler. Wer wollte, konnte zu später Stunde noch einen Musikbeitrag beisteuern. Der Fernsehturm blinkte.

European Theatre Encounter ist ein Projekt, das auch dieses Mal wieder junge Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Sprache zusammengebracht und verbunden hat.

Das Theatre Café ist ein Projekt der Londoner Theatermacher „Company of Angels“ und will „den Blick auf neue europäische Stücke für ein junges Publikum lenken“. Außerdem „übersetzt und präsentiert“ es diese. Seit der Gründung 2004 wurden auf acht Festivals insgesamt 60 Stücke aus 21 Ländern Europas aufgeführt. Mit Hilfe von 51 Autoren und 35 Übersetzern sind 27 neue Stückübersetzungen entstanden.