Berlin

Berlin testet Wirkung gekühlter Krankenzimmer

dpa

Gekühlte Zimmer in Krankenhäusern könnten in Zukunft geschwächte Patienten vor Hitzestress bewahren. Forscher der Charité überprüfen derzeit in einer Studie, ob sich die Heilung bei Lungenpatienten in speziell klimatisierten Räumen verbessert. Beobachtungen bei den ersten knapp 50 Patienten zeigten, dass diese früher wieder entlassen werden konnten als Patienten in normalen Zimmern, wie Professor Christian Witt sagt. Vor rund einem Jahr wurden zwei Zimmer mit Kühldecken und -wänden ausgestattet. Dadurch bleibt die Raumtemperatur relativ konstant bei 23 Grad.

„Mit Hitzestress ist mehr gemeint als reines Unwohlsein und gestörte Konzentration. Es ist eher der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“, sagt Projektsprecher Dieter Scherer. Vor allem für Kranke bleibt es nicht bei harmlosen Einschränkungen: „Wir beobachten einen deutlichen Anstieg der Sterblichkeit, sobald an drei Tagen in Folge draußen der Mittelwert von 21 Grad überschritten ist“, sagt Scherer. In Innenräumen stiegen die Temperaturen dann auf 25 Grad und mehr. Scherer rechnet vor: Bis zu 1600 Menschen sterben in Berlin in Hitzeperioden zusätzlich jedes Jahr. Konventionelle Klimaanlagen sind für Kliniken keine Lösung. Sie erzeugen einen Luftzug und verbreiten im schlimmsten Fall Keime.

( dpa )