Berlin

15.754 Stimmen für das Theater am Winterfeldtplatz

Ihre Freude sollte man im Kiez laut hören: Die „Initiative Kiezkultur – Rettet das Theater am Winterfeldtplatz“ feierte auf dem Platz vor dem Theater Hans Wurst Nachfahren das Ende ihrer Unterschriftenaktion – und einen Teilsieg. In den vergangenen Monaten suchten die Initiatoren Dagmar Borowsky, Jochen Dannert, Eva von Davier, Sebastian Herold, Elke König und Cornelia Stauß Unterstützer, um das Puppentheater in Tempelhof-Schöneberg vor dem Aus zu bewahren. Ihr Anliegen: Verhindern, dass ein „Stück gewachsene Kiezkultur in Berlin“ verschwindet. Denn der neue Eigentümer will das Haus für sich. Ein erstes Aus für die Theatertruppe konnte zu Ostern verhindert werden. Nun gibt es, passend zum Ende der Petition an diesem Wochenende, einen neuen Erfolg zu feiern: Genau 15.754 Unterschriften zum Erhalt des Traditionshauses und die Verlängerung des Mietvertrags bis Oktober 2016 haben die Aktiven gesammelt.

„Jetzt haben wir zwar ein Jahr Luft, doch nun geht es an die Mühen der Ebene“, heißt es von der Initiative Kiezkultur, die am Sonnabend zu Prosecco und Musik vor dem Theater lud. „Wir brauchen nun geeignete Räumlichkeiten für den neuen Eigentümer, in denen er seine Projektidee umsetzen kann.“ Zwei Standorte hat die Initiative dem Neueigentümer bereits vorgeschlagen – gefallen haben sie ihm aber beide nicht. „Das Jahr, das vor uns liegt, wird haarig“, sagt Cornelia Stauß. Das Aktionsorchester IG Blech, das dem Puppentheater seit Jahrzehnten verbunden ist, machte Krach vor dem Theater. Und stimmte mit ein: „Heute ist ein toller Tag mit Sonne und Prosecco – wenn wir dauerhaft bleiben können, dann gibt es Champagner!“

( bk )