Rekordniveau

Mehr als 7000 Kirchenaustritte in Berlin und Brandenburg

Noch nie sind in Berlin und Brandenburg so viele Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten wie im vergangenen Jahr.

Noch nie sind in Berlin und Brandenburg so viele Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten wie im vergangenen Jahr. 7002 Mitglieder kehrten dem Erzbistum Berlin den Rücken, wie ein Sprecher am Freitag erklärte.

Es ist der höchste Stand nach der Wende. In den 1990er-Jahren hatte es schon einmal eine Austrittswelle unter den ehemaligen DDR-Bürgern gegeben, die aber nicht so hoch ausfiel.

2011 waren im Gebiet des Erzbistums - zu dem neben Berlin weite Teile Brandenburgs und Vorpommern gehören - knapp 5000 Katholiken ausgetreten. Seitdem ist die Zahl kontinuierlich gestiegen.

Insgesamt nimmt Zahl der Kirchenmitglieder zu

Dennoch nahm im vergangenen Jahr die Zahl der Mitglieder insgesamt zu - von rund 396 000 auf zuletzt fast 409 000. Die Kirche führt das auf den Zuzug und die steigende Zahl von Flüchtlingen zurück. „Zu uns kommen Menschen aus aller Welt“, sagte Prälat Tobias Przytarski.

Zuzug gebe es nicht nur aus eher katholisch geprägten Regionen Deutschlands, sondern auch aus Europa und der Welt. Besonders bemerkbar mache sich in der Grenzregion die Wanderung aus Polen.

In ersten Reaktionen führten Kirchenvertreter die Austrittswelle unter anderem auf die Verwirrung um den Kirchensteuereinzug auf Kapitalvermögen zurück. Insgesamt machen in Deutschland Katholiken noch 29,5 Prozent der Bevölkerung aus.