Städtebauförderung

Der Bund spendiert Berlin 6,5 Millionen Euro

Das ehemalige Flughafengebäude in Tempelhof kann ein bisschen saniert werden. Geld gibt es auch für zwei Gebäude im Hansaviertel.

 Im Rahmen des Wettbewerbs „Nationale Projekte des Städtebaus“ wird die Sanierung des ehemaligen Flughafens Tempelhof mit vier Millionen Euro gefördert

Im Rahmen des Wettbewerbs „Nationale Projekte des Städtebaus“ wird die Sanierung des ehemaligen Flughafens Tempelhof mit vier Millionen Euro gefördert

Foto: dpa

Das Gebäude des Flughafens Tempelhof ist einzigartig. Mit einer Gesamtfläche von 300.000 Quadratmetern gehört es zu den größten Bauwerken der Welt, mit seiner vielschichtigen Vergangenheit wurde es zum Mythos und zum Symbol der Freiheit. Die Frage, wie man das denkmalgeschützte Gebäude sowie die umliegenden Hangars sanieren und angemessen nutzen kann, gehört zu den zentralen Themen der Berliner Politik.

Pläne für das Dach

Nun hat der Bund ein Zeichen gesetzt. Im Rahmen des Wettbewerbs „Nationale Projekte des Städtebaus“ wird die Sanierung mit vier Millionen Euro gefördert. Dabei geht es um ein konkretes Projekt. Das Kopfgebäude am Tempelhofer Damm soll hergerichtet werden, um das markante Treppenhaus, die oberste Etage, das Dach und den Tower für Veranstaltungen und Besuche von Touristen zu nutzen.

Die Jury hat offenbar auch überzeugt, dass sich die im Projektantrag aufgeführten Planungen gut in die Gesamtstrategie zur Neuordnung des gesamten Gebäudes und des Flugfeldes einpassen. Die Tempelhof Projekt GmbH plant unter anderem, das gesamte Gebäudedach zu nutzen – 1,2 Kilometer für Ausstellungen, Gastronomie und Grün, vielleicht auch für Beachvolleyball und Modenschauen.

50 Millionen pro Jahr

Mit dem zunächst bis 2018 befristeten Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ stellt das Bundesbauministerium jährlich 50 Millionen Euro bereit, um herausragende Vorhaben zu unterstützen. Im vergangenen Jahr wurde der Wettbewerb erstmals ausgelobt. Eine vom Ministerium berufene Jury wählte im Herbst 2014 zunächst 21 Premiumprojekte aus. Aus Berlin wurde lediglich das Flussbad Berlin an der Spree bedacht.

In diesem Jahr stehen für die „Nationalen Projekte des Städtebaus“ sogar 150 Millionen Euro bereit, weil Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einen Investitionsfonds von 100 Millionen Euro aufgelegt hat. Gefördert werden insgesamt 46 Projekte. Berlin ist mit einem zweiten Vorhaben vertreten: „Hansaviertel – Stadt von Morgen“.

Auch Grünflächen werden aufgewertet

In der Siedlung sollen die Hansabücherei von 1956/57 und die Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche (1957) saniert werden. Zudem soll ein Gesamtkonzept für das Viertel entwickelt werden, das auch die Instandsetzung von Grün- und Freiflächen vorsieht. Dafür stehen nun 2,5 Millionen Euro des Bundes bereit.

„Es ist ein großartiger Erfolg, dass gleich zwei Berliner Vorhaben als Nationale Projekte des Städtebaus gefördert werden. Die 6,5 Millionen Euro, die der Bund in Tempelhof und im Hansaviertel in die Hand nimmt, werden sich bezahlt machen“, sagte der Spandauer Bundestagsabgeordnete Kai Wegner auf Anfrage der Berliner Morgenpost.

Der CDU-Politiker ist Mitglied der Jury. Die Öffnung des Flughafengebäudes Tempelhof werde zusammen mit dem Umzug des Alliierten-Museums „diesen welthistorischen Hotspot für die Bürger erlebbar machen“, so Wegner. Das Hansaviertel sei ein bedeutendes baukulturelles Zeugnis der 50er-Jahre.

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