Naturschutz in Berlin

Hunderttausende Aale werden in der Havel ausgesetzt

Berlins Umweltsenator Andreas Geisel setzt in Berlin die ersten von 654.000 kleinen Aalen aus. Sie sollen den Bestand sichern.

Die Wahl des Lebensraums entscheidet beim Aal über den Fortpflanzungserfolg

Die Wahl des Lebensraums entscheidet beim Aal über den Fortpflanzungserfolg

Foto: Thünen-Institut

Die jungen Aale sind nur wenige Zentimeter lang und bringen jeweils etwa 1,5 Gramm auf die Waage. Dennoch sollen sich die Winzlinge vom Ufer der Havel in Charlottenburg aus auf den Weg quer durch den Atlantik machen.

Berlins Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel(SPD) wird am Montag auf Höhe des Fischereiamtes an der Havelchaussee 149/151 die ersten von insgesamt 654.000 kleinen Aalen gemeinsam mit Fischern und Anglern in der Havel aussetzen.

Schon auf dem ersten Abschnitt ihrer Wanderung warten zahlreiche Gefahren auf die Jungaale. Die Fische stehen nicht nur bei den Menschen auf der Speisekarte, sie werden auch von Wels, Zander, Hecht sowie Kormoranen und Reihern verspeist.

Richtig zu schaffen machen den Fischen jedoch Hindernisse wie Schleusen und Sperrwerke auf dem Weg der Fische vom Atlantik in die europäischen Binnengewässer. Das ist auch der Grund, weshalb kaum noch jungen Aale auf dem natürlichem Wanderweg in Berlin ankommen.

Seit mehr als einem Jahrzehnt sind die Fänge des Europäischen Aals in ganz Europa stark rückläufig. Das zeigt sich auch in den Fangerträgen der Berliner Fluss- und Seenfischereibetriebe. Im Jahr 2014 wurden neun Tonnen Aale gefangen, seit 1994 hat sich damit der Aalfang der Berufsfischerei in der Hauptstadt mehr als halbiert.

Zum Erhalt und zum Schutz des Europäischen Aals werden deshalb seit einigen Jahren gezüchtete Baby-Aale in Spree, Havel und Dahme ausgesetzt. Die Hilfsaktion wird mit Fördermitteln des Europäischen Fischereifonds unterstützt. Die diesjährig eingesetzten Mittel belaufen sich nach Auskunft der Senatsverwaltung auf 150.000 Euro.

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