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Al-Kuds-Demo - Autofahrer sollten Kurfürstendamm meiden

Am "Al-Kuds-Tag" demonstrieren heute Palästinenser und Gegenaktivisten in Berlin. Autofahrer müssen mit Verkehrsbehinderungen rechnen.

Gegendemonstration: "Gegen jeden Antisemitismus" ist auf einem der Plakate zu lesen

Gegendemonstration: "Gegen jeden Antisemitismus" ist auf einem der Plakate zu lesen

Foto: Isabel Metzger

Zu der Al-Kuds-Demonstration in Berlin sind am Sonnabend bisher nur wenige Teilnehmer gekommen, auch die Gegendemonstranten blieben weit hinter der erwarteten Zahl zurück.


Gegen die anti-israelische Al-Kuds-Demonstration palästinensischer Gruppen protestieren verschiedene Bündnisse. Sie wenden sich gegen Antisemitismus und zeigen sich mit Israel solidarisch. Die Polizei will mit einem größeren Aufgebot von Einsatzkräften die direkte Konfrontation beider Lager am Kurfürstendamm verhindern.

Direkte Konfrontation vermeiden

Etwa 300 palästinensische Israel-Gegner demonstrieren seit 14.30 Uhr auf dem Adenauerplatz in Charlottenburg. Sie wollen danach zum Wittenbergplatz laufen. Die Berliner Polizei hatte mit rund 2500 Teilnehmern gerechnet. Sie geht davon aus, dass sich der Zug nicht vor 15.30 Uhr in Bewegung setzt. Aus den Reihen der palästinensischen und arabischen Gruppen war der Ruf „Kindermörder Israel“ zu hören.

Die Demonstranten der Gegenbewegung „Berlin – Für Solidarität mit Israel und Freiheit im Iran“ versammelte sich mit rund 300 Teilnehmern an der Brandenburgischen Straße in unmittelbarer Nähe des Adenauerplatzes.

Ursprünglich hatte es geheißen, dass die Veranstaltung um 13.30 Uhr am Wittenbergplatz starten sollte. Von dort aus sollten die Aktivisten dann über den Tauentzien und den Kurfürstendamm den Palästinensern und ihren Unterstützern entgegenziehen. Zu dem Protest „Kein Al-Kuds-Tag“ riefen diverse Gruppen auf, darunter Linke, Jusos und die Grüne Jugend. Sie hatten mit rund 1000 Teilnehmern gerechnet.

Um 15 Uhr ist aber noch Stillstand. Geschätzt mehrere hundert Demonstranten stehen sich gegenüber. Auf der einen Seite des Kurfüstendamms die Demonstranten, auf der anderen Seite die Gegner. In der Mitte Polizeiautos, bewaffnete Polizisten. Mädchen verteilen Flyer auf auf der arabischen Seite. "Drei Gegendemonstrationen stehen uns gegenüber. Lasst Euch nicht unterkriegen!" klingt es durchs Megafon.

Auf der anderen Seite die Gegner: "Freiheit für Israel!" rufen sie. "Wir demonstrieren gegen die größte antisemitistische Demonstration in Deutschland!" Teilweise auch brachialer: "Wir sagen Eurem Redner, was wir von ihm halten: Verpiss dich, Grassmann!" Jürgen Grassmann ist einer der Veranstalter und Hauptredner der Gegendemonstration.

Verkehrsbehinderungen rund um den Kurfürstendamm

Autofahrer müssen ab Mittag mit Einschränkungen rund um den Kurfürstendamm rechnen, die bis etwa 20 Uhr dauern, sagte die Polizei der Berliner Morgenpost. Auch im Bereich Kantstraße und Kaiser-Friedrich-Straße soll es zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Autofahrer sollten diese Bereiche deswegen weiträumig meiden.

Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Der Al-Kuds-Tag wurde vor mehr als 30 Jahren als Propagandatag von dem iranischen Revolutionsführer Ajatollah Khomeini ins Leben gerufen. Einige arabische Gruppen nutzen den Tag, um zur Rückeroberung Jerusalems aufzurufen.

Vor einem Jahr war die Stimmung bei den Demonstrationen in Berlin wegen der israelischen Militäroffensive gegen die Palästinenser im Gaza-Streifen aufgeheizt. Immer wieder musste die Polizei Demonstranten beider Lager voneinander trennen.

Henkel: Berlin nimmt antisemitische Äußerungen nicht hin

"Ich rufe alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Al-Kuds-Demonstration auf, das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht zu missbrauchen. In unserer Stadt gibt es keinen Platz für antisemitische und volksverhetzende Parolen. Wir werden uns stets mit aller Macht gegen diejenigen stellen, die gegen Juden hetzen, Gewalt verherrlichen oder Aktionen gutheißen, die auf die Vernichtung eines Volkes gerichtet sind." Das kündigte der Berliner Innensenator Frank Henkel im Vorfeld des Aufmarsches an.

Er kündigte an, dass die Berliner Polizei alle Möglichkeiten ausschöpfen werde, um Hasspropaganda zu unterbinden. Im vergangenen Jahr hatte es bei der Demonstration anti-semitische Parolen gegeben. Die Polizei hatte die Auflagen daraufhin verschärft.