Inklusion

Senat erhöht Budget für Integration förderbedürftiger Kinder

In den vergangenen Jahren gab es in Berlin mehr förderbedürftige Kinder aber nicht mehr Geld für Integration. 2016/17 wird sich das ändern.

Mehr Geld für die Inklusion: Förderstunden und Schulhelfer sollen bedarfsgerecht finanziert werden

Mehr Geld für die Inklusion: Förderstunden und Schulhelfer sollen bedarfsgerecht finanziert werden

Foto: Uwe Anspach / dpa

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bekommt mehr Geld für die Integration förderbedürftiger Schüler und die Umsetzung des Inklusionskonzeptes. Das geht aus dem Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2016 und 2017 hervor. Für Förderstunden soll es zusätzlich 15,9 Millionen Euro geben. Für Schulhelfer insgesamt 24,5 Millionen Euro, für Integrationserzieher zusätzlich knapp sechs Millionen Euro. In den vergangenen Jahren waren die Mittel nicht aufgestockt worden, der Bedarf aber immer größer geworden. Dadurch ist ein massives Defizit an Stunden entstanden.

„Vor dem Einstieg in die Inklusion muss die Integration bedarfsgerecht ausgestattet sein. Dies haben wir jetzt erreicht“, sagte Scheeres am Donnerstag. Insgesamt würden in den kommenden drei Jahren 440 zusätzliche Lehrkräftestellen bereitgestellt werden. Die Integrationsquote sei an den allgemeinbildenden Schulen jährlich gewachsen und läge aktuell bei rund 58 Prozent, so Scheeres weiter.

Um die Inklusion voranzutreiben, plant die Bildungsverwaltung nun die Einrichtung von inklusiven Schwerpunktschulen. Diese Schulen sollen Modellschulen für die Umsetzung des gemeinsamen Lernens von behinderten und nicht behinderten Kindern werden. Vom 1. August dieses Jahres an sollen zwölf dieser Schulen eingerichtet werden, im Jahr darauf dann sechs weitere. Dafür stehen 2016 insgesamt 1,19 Millionen Euro zur Verfügung und 2017 dann weitere 4,2 Millionen Euro. Für die bauliche Ausstattung dieser Schulen, die behindertengerecht sein müssen, soll überdies jährlich zusätzlich eine Summe von 1,75 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Bezirke erhalten zusätzliche Mittel

Für die schulpsychologischen und inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentren, die in jedem Bezirk eingerichtet werden sollen, stehen von August dieses Jahres an 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. 2017 werden es 3,4 Millionen Euro sein. Mit diesem Geld sollen die Personalkosten abgedeckt werden. Geplant ist auch, die Mittel, die Schulen dezentral zugewiesen bekommen sollen, in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen.

Von 2016 an sollen diese Budgets, über die Schulen frei verfügen dürfen, in einem Gesamtvolumen von zehn Millionen Euro pro Jahr eingerichtet werden. Jede Schule hat dann jährlich bis zu 20.000 Euro zur freien Verfügung. Die Zuweisung erfolgt in Abhängigkeit von der Größe der Schule, also der Anzahl der Schüler. Bisher hatte jede Schule lediglich ein Budget von 7000 Euro.

Die Mittel sollen von den Schulen vorrangig für Schönheits- und Kleinreparaturen, Honorare für Fortbildung sowie für den Aufbau einer Beratungs- und Koordinierungsstelle für die inklusive Schulentwicklung genutzt werden können. Von den Mitteln profitieren alle öffentlichen Schulen, auch die beruflichen Schulen, heißt es in der Bildungsverwaltung.