Potsdam/StendaL

Suche nach Inga im Berliner Umland

Hunde folgen einer Spur bis zum Autobahnring. Bislang 1000 Hinweise zu vermisstem Kind

Potsdam/StendaL. - Die nach wie vor intensive Suche nach der seit neun Wochen verschwundenen fünfjährigen Inga aus Sachsen-Anhalt hat die Ermittler am Mittwoch auch ins Berliner Umland geführt. Spezielle Fährtenhunde suchten am Vormittag mehrere Stunden entlang der Autobahn A 2 und des Dreiecks Werder. Wie schon zahlreiche andere Suchaktionen in den vergangenen Wochen blieb auch dieser Einsatz ergebnislos.

Wie ein Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord mitteilte, wurden am Mittwoch sieben, auf die Suche nach Menschen trainierte Hunde eingesetzt. Die mit einem besonders sensiblen Geruchssinn ausgestatteten Tiere wurden am Morgen in der Nähe von Haldensleben, nordöstlich von Magdeburg auf eine Fährte gesetzt. Von dort führten die Hunde die 30 eingesetzten Beamten dann entlang der A 2 bis zum Berliner Autobahnring.

Von dort folgten sie ihrer Witterung über die Autobahn A 9 Richtung Süden bis nach Halle (Saale). Dort wurde die Suche zunächst abgebrochen, die sensiblen Tiere können immer nur für eine begrenzte Zeit durchgehend Witterung aufnehmen und einer Spur folgen.

Das Mädchen aus Schönebeck (Altmark) war Anfang Mai zu Besuch bei Verwandten im Stendaler Ortsteil Wilhelmshof. Am Abend des 2. Mai ging Inga demnach gegen 19.30 Uhr mit anderen Kindern in ein Waldstück, um Holz zu sammeln. Von dort kehrte das Mädchen nicht mehr zurück, seither fehlt von der Fünfjährigen jede Spur. Die Polizei richtete die Ermittlungsgruppe „Wald“ ein, in der sich 30 Beamte um die Suche nach der Vermissten kümmerten. In der Folgezeit gingen bei den Ermittlern etwa 1000 Hinweise aus dem gesamten Bundesgebiet ein, eine heiße Spur war bislang nicht darunter.

Die Suche geht weiter

In jüngster Zeit hat die Zahl der eingehenden Hinweise allerdings bereits deutlich nachgelassen. Die Ermittlungsgruppe sei dennoch weiterhin mit 30 Beamten im Einsatz und werde die Suche unverändert fortsetzen, sagte der Polizeisprecher weiter.

Bereits wenige Tage nach dem Verschwinden führte ein Hinweis die Fahnder schon einmal in die Hauptstadt. Eine Touristin aus Süddeutschland hatte das Bild des Mädchens in einer Zeitung gesehen und war überzeugt, die Fünfjährige zuvor in Berlin gesehen zu haben. In ihrer Befragung gab die Frau an, das Kind sei in einer U-Bahnstation in Kreuzberg in Begleitung eines schmutzig und verwahrlost wirkenden Mannes unterwegs gewesen. Der Mann habe das ihm offenbar nur widerwillig folgende Mädchen förmlich hinter sich hergezogen, so die Zeugin. Auch dieser Hinweis brachte die Beamten nicht weiter.

Ein in Vermisstenfällen erfahrener Berliner Kriminalbeamter beschrieb am Mittwoch die besonderen Probleme bei derartigen Suchaktionen. Die Hinweisgeber ließen sich in mehrere Gruppen einteilen, erklärte der Beamte: „Diejenigen, die echte Hinweise liefern, die, die im Guten glauben handeln und dann die Spinner und Trittbrettfahrer“. Nachgehen müsse man allerdings allen Hinweisen, so der Kriminalbeamte.