Urteil

Tod im Sandsturm – Gericht verwarnt Unfallfahrerin

Eine Massenkarambolage auf der A19 forderte 2011 acht Todesopfer. Ein Gericht verwarnte nun eine Brandenburgerin, die zu schnell fuhr.

Feuerwehrleute sind am 8. April 2011 auf der Autobahn A19 bei Kavelstorf in der Nähe von Rostock bei einer Massenkarambolage im Einsatz

Feuerwehrleute sind am 8. April 2011 auf der Autobahn A19 bei Kavelstorf in der Nähe von Rostock bei einer Massenkarambolage im Einsatz

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Im Prozess um die Massenkarambolage im Sandsturm auf der Autobahn 19 bei Rostock hat ein Gericht eine 54 Jahre alte Autofahrerin verwarnt. Eine Geldstrafe in Höhe von 9000 Euro wurde am Mittwoch zur Bewährung ausgesetzt.

Das Amtsgericht Rostock sah es als erwiesen an, dass die Brandenburgerin am 8. April 2011 zu schnell in den Sandsturm gefahren war und ein Auto gerammt hatte. Sie habe so den Tod eines Ehepaars mitverursacht und sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht.

Das Gericht schloss sich den Gutachtern an, dass die riesige Wolke schon mindestens 650 Meter vor der Unfallstelle zu sehen war. Die Autofahrerin hätte entsprechend reagieren müssen. Die Angeklagte hatte wiederum ausgesagt, die Wolke sei urplötzlich aufgetaucht.

Insgesamt starben acht Menschen

An dem Unfall waren mehr als 80 Fahrzeuge beteiligt, acht Menschen kamen ums Leben, etwa 130 wurden verletzt. Die Angeklagte war mit fünf Freundinnen in einem Transporter zu einem Wochenendausflug nach Warnemünde unterwegs, als der Unfall geschah.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine neunmonatige Haftstrafe auf Bewährung für die Angeklagte gefordert und damit der Höhe des Strafbefehls entsprochen, gegen den die Autofahrerin Widerruf eingelegt hatte. Ihr Verteidiger plädierte auf Freispruch. Die Sicht sei ebenso wie die Sandwolke extrem variabel gewesen.

Unfallfahrerin selbst schwerst verletzt

Laut Dekra-Gutachten war die Angeklagte mit einem Tempo von 78 bis 94 Kilometer pro Stunde auf den vor ihr fahrenden Wagen des Ehepaars geprallt, der mit Tempo 25 bis 30 unterwegs war. Dieser sei dann gegen die Leitplanke geschleudert und noch von zwei weiteren Autos gerammt worden.

Die Brandenburgerin selbst erlitt schwerste Verletzungen, als sie aus dem Auto ausstieg und dann von einem Lastwagen erfasst wurde. dpa/sei