Baustellen

Wo die Berliner in diesem Sommer im Stau stehen

Berliner Autofahrer benötigen Geduld: Erste Sommerbaustellen sind eingerichtet, weitere kommen in den nächsten Wochen hinzu. Die Liste.

Die Berliner Sommerbaustellen im Überblick

Die Berliner Sommerbaustellen im Überblick

Tausende Autofahrer haben es zum Wochenbeginn bereits gespürt: Lange Staus auf Berlins Straßen, insbesondere auf dem Pankow-Zubringer A 114.

Der Grund: Die heißen Temperaturen haben den Asphalt wellig werden lassen oder die Betonplatten verschoben. Die Reparaturen dauern noch an.

Zudem kündigt die Senatsverwaltung für Verkehr neue Staustellen an: Die in der kommenden Woche beginnenden Schulferien nutzen Senat, Bezirke und Unternehmen wie die Berliner Wasserbetriebe für dringende Sanierungsarbeiten.

Doch noch geht es um die Schadensbeseitigung nach dem Hitzewochenende: Nachdem die A 100 am Autobahndreieck Funkturm und die A 113, Ausfahrt Späthstraße, am Dienstagmorgen wieder ganz freigegeben wurden, dauerte die Sperrung von zwei Spuren auf der A 113, Anschlussstelle Späthstraße, bis Dienstagnachmittag.

19 Betonplatten durch Sommerhitze beschädigt

Komplizierter ist die Situation auf der A 114 stadteinwärts: Insgesamt sind 19 Betonplatten beschädigt. Stellenweise muss die Tragschicht erneuert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass durch die anhaltende Hitze der Asphalt nur langsam aushärtet. Deshalb kann dieser Abschnitt erst in der zweiten Wochenhälfte wieder komplett freigegeben werden. „Ein genauer Termin kann dafür im Augenblick leider noch nicht genannt werden“, teilte die Verkehrsbehörde mit.

Auch Autofahrer auf den Hauptverkehrsstraßen der Stadt benötigen Geduld: Die ersten Sommerbaustellen sind bereits eingerichtet, in den kommenden Wochen werden viele weitere hinzukommen. In einer Übersicht der Stadtentwicklungsbehörde, die der Berliner Morgenpost vorliegt, werden bis September 2015 für das sogenannte übergeordnete Straßennetz Berlins mehr als 40 Baumaßnahmen aufgelistet, die mit erheblichen Verkehrseinschränkungen verbunden sind.

Alle Sommerbaustellen im Überblick

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So wird etwa die wichtige Ost-West-Verbindung John-Foster-Dulles-Allee zwischen Yitzhak-Rabin-Straße und Zeltenplatz von 10. August bis 4. September aufgrund von Straßenbauarbeiten voll gesperrt. Wie bereits in den Vorjahren gesellen sich insbesondere im Bezirk Mitte Sommerbaustellen zu den Dauerbaustellen hinzu, etwa auf der Invalidenstraße, über die seit einem halben Jahr endlich die Straßenbahn zum Hauptbahnhof rollt. Dort wird schon wieder mit zwei neuen Baustellen der Autoverkehr ausgebremst. Diesmal geht es um die Sanierung der alten Gleise im Abschnitt zwischen Brunnen- und Elisabethkirchstraße (3. bis 22. August). Zudem wird an der neuen Endhaltestelle der Tram am Hauptbahnhof zwischen Minna-Cauer-Straße und Friedrich-List-Ufer (1. bis 26. August) ein Fahrstreifen wegfallen, weil der provisorische Gleisanschluss ersetzt wird.

Antragsstau wird abgearbeitet

„Im Sommer haben wir ein um 20 Prozent geringeres Verkehrsaufkommen. Diese Zeit müssen wir nutzen“, begründet Verkehrsstaatsseketär Christian Gaebler (SPD) die Maßnahmen. Immerhin sei es gelungen, den Antragsstau bei der Verkehrslenkung Berlin (VLB) langsam abzubauen. Wegen des extremen Personalmangels waren zahlreiche Anträge unbearbeitet geblieben, Bezirke und andere Bauherren konnten Geld für notwendige Investitionen ins Straßennetz nicht ausgeben.

„Wir haben die Stellen bei der VLB aufgestockt, mit den acht zusätzlichen sind jetzt dort 23 Mitarbeiter beschäftigt“, so der Staatssekretär. Der Antragsstau sei bereits um 25 Prozent zurückgegangen – von rund 500 auf rund 380 unbearbeitete Vorgänge. Neben dem neuen Personal hatte Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) zu Jahresbeginn auch angekündigt, dass nun auch verstärkt am Wochenende und rund um die Uhr gebaut werden solle. In der Abwicklung der Sommerbaustellen findet das jedoch noch keine Anwendung. „Die Anträge stammen ja überwiegend aus einer Zeit, wo davon noch nicht die Rede war“, begründete Gaebler.