Berlin

Frau geschlagen - Ben Tewaag zu Geldstrafe verurteilt

Ben Tewaag ist zwei Jahre nach einem Fausthieb in das Gesicht einer Bekannten zu 10.200 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Ben Tewaag im Amtsgericht Tiergarten. Er muss sich wegen Körperverletzung verantworten

Ben Tewaag im Amtsgericht Tiergarten. Er muss sich wegen Körperverletzung verantworten

Foto: Paul Zinken / dpa

Ursprünglich sollte der jüngste Prozess gegen Ben Tewaag, Sohn der Schauspielerin Uschi Glas und Stammgast der Berliner Justiz, nach einem Tag erledigt sein. Doch dann wurden doch mehrere Tage daraus, bevor am Montag ein Urteil gefällt wurde. 10.200 Euro Geldstrafe muss der 39-Jährige bezahlen, weil er einer Bekannten einen Faustschlag ins Gesicht versetzt hatte, durch den die junge Frau unter anderem einen schmerzhaften Jochbeinbruch erlitt.

Tewaag, nach eigenen Angaben Regisseur, Produzent und Geschäftsführer einer Filmfirma, hatte sich in der Verhandlung vor dem Amtsgericht Tiergarten auf Notwehr berufen. Sein Verteidiger forderte dementsprechend am Montag einen Freispruch. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung beantragt. Die vordergründig harte Forderung begründete die Anklagebehörde dabei mit zahlreichen einschlägigen Vorstrafen, die Tewaag bereits angehäuft hat.

Richterin Barbara Odenthal begnügte sich in ihrem Urteil am Montagnachmittag schließlich mit einer Geldstrafe. Auch sie verwies in ihrer Begründung auf das lange Vorstrafenregister des 39-Jährigen, wertete zu seinen Gunsten allerdings die besondere Situation, in der es zu der Tat gekommen war.

„Sexueller Blödsinn“ mit Folgen

Etwa ungewöhnlich entwickelte sich das der Tat vorangegangene Geschehen in der Wohnung des Angeklagten in der Tat. Im Sommer 2013 hatte sich Tewaag dort mit zwei ihm bekannten jungen Frauen getroffen. Auf der Suche nach einem angenehmen Zeitvertreib entschloss man sich, einigen netten amourösen Vergnügungen zu frönen, zu denen auch Fesselspiele gehörten. „Sexuellen Blödsinn“ nannte das der Angeklagte im Prozess. Zunächst war er es, der sich bereitwillig fesseln ließ. Als ihm danach der Sinn nach einem Rollentausch stand, hatten die Damen plötzlich keine Lust mehr.

Das erboste den 39-Jährigen offenbar so sehr, dass er einer der Frauen mit Gewalt Fesseln anlegen wollte. Die wehrte sich heftig, unter anderem mit einem entschlossenen Griff in die unteren Körperregionen von Tewaag. Der Griff sei so plötzlich gekommen und so schmerzhaft gewesen, dass er reflexartig zugeschlagen habe, gab der 39-Jährige vor Gericht an. Er sah darin „eine -Art Notwehr“.

Unabhängig davon sah sich der Angeklagte im Prozess selbst als das wahre Opfer. Die beiden jungen Frauen hätten massiv eine finanzielle Entschädigung von ihm gefordert. Und das in einer Weise, die er nur als Erpressung bezeichnen könne. Ob Tewaag in Berufung geht, ist noch unklar.