Sommer in Berlin

Fast 38 Grad, aber kein Hitzerekord - Unwettergefahr steigt

Heiß, heißer, Berlin - auch am Sonntag wird es wieder knapp 38 Grad warm. Am Abend drohen Gewitter mit Starkregen.

Nur knapp sind Berlin und Brandenburg am Sonnabend an einem Hitzerekord vorbeigeschrammt. Die Temperatur lag in der Hauptstadt bei nicht ganz 38 Grad. Viele zog es an die Seen, viele schleckten noch in der späten Abendhitze ein Eis. Kehrseite der Sommer-Hitze: Das Wochenende könnte krachend ausgehen.

Die höchste gemessene Temperatur lag bei 37,7 Grad, wie Meteorologin Angela Berger vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Potsdam am Sonntag berichtete. Damit wurde der im Juli 2007 aufgestellte Hitzerekord der Hauptstadt um 0,9 Grad verfehlt. Am Sonntag wird der Höchstwert von 38,6 Grad wohl ebenfalls nicht geknackt: Es sollen laut Berger bis zu 36 Grad werden.

Allerdings kommt schwüle Luft zur Hitze hinzu. Am Vormittag lag die Luftfeuchtigkeit bei bis zu 70 Prozent. Der Grund: Es bahnen sich Hitzegewitter an. Am Abend und in der Nacht sind laut DWD auch Unwetter mit starken Schauern und Hagel möglich.

Kurzes Gewitter über Berlin

In der Nacht zum Sonntag hatte es bereits vereinzelt geblitzt und kurz geregnet. Trotzdem wurde es wie erwartet eine tropische Nacht bei Temperaturen von mehr als 20 Grad. Westlich von Berlin hatte es bereits am Samstagabend gekracht. In Dallgow-Döberitz (Havelland) kippten Bäume auf die Straßen.

Bis zum Montagmorgen soll die Gewitterfront wieder abgezogen sein. Auch die Hitze soll zunächst etwas nachlassen: Es würden Höchsttemperaturen von um die 27 Grad erwartet, sagte Berger. Am Dienstag könne es allerdings wieder mehr als 30 Grad heiß werden.

In Brandenburg war es im Südosten des Landes am heißesten, dort erreichten die Temperaturen 37,7 Grad. Das sei zum Beispiel in Cottbus, Hähnchen und Preschen (beide Spree-Neiße) gemessen worden. Im August 1992 zeichnete der Wetterdienst nach eigenen Angaben die bislang höchste Temperatur in Brandenburg auf: 39,2 Grad in Lübben (Dahme-Spreewald). Für Sonntag wurden erneut bis zu 38 Grad vorausgesagt.

40 Grad - Reichstagskuppel erneut geschlossen

Die Reichstagskuppel in Berlin wurde erneut für Besucher geschlossen. Weil am Sonntagvormittag 40 Grad in der Glaskuppel gemessen wurden, durfte niemand mehr die Spirale hinauf laufen, erklärte ein Bundestagssprecher. Das beliebte Touristenziel war am Morgen zunächst wieder geöffnet worden, nachdem bereits am Sonnabend ab dem frühen Nachmittag niemand mehr hinein gelassen worden war. Bei 44 Grad Innentemperatur hatten mehrere Besucher Kreislaufprobleme bekommen. Die Dachterrasse blieb im Gegensatz zum Vortag allerdings am Sonntag geöffnet. Auch im Dachgarten-Restaurant neben der Kuppel ging der Betrieb weiter.

Mann verschwindet beim Baden im Plötzensee

Ein Mann ist seit einem Bad im Plötzensee verschwunden. Der Unbekannte war am Samstagabend an einer unbewachten Stelle gegenüber des Strandbads in Wedding zusammen mit einem 20-Jährigen in das Wasser gesprungen, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte. „Dann war er weg“, fügte der Sprecher hinzu. Taucher der Feuerwehr suchten nach dem Vermissten, brachen den Einsatz allerdings nach etwas mehr als einer Stunde wegen eines heranziehenden Gewitters ab. Am Sonntagmorgen ging die Suche mit einem Polizeihubschrauber weiter, blieb aber erfolglos.

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