Ratgeber Tiere

Wie helfe ich meinem Hund durch die Hitze?

Die extremen Temperaturen machen auch den Hunden zu schaffen. Was Sie beachten sollten, damit Ihr Hund gut durch die Hitzewelle kommt.

Hunden macht die Hitze zu schaffen

Hunden macht die Hitze zu schaffen

Foto: Verena Künstner / HA

Es ist heiß in der Stadt in diesen Tagen, nicht nur empfindliche Menschen müssen sich nun vorsehen, auch Hunde vertragen die Hitze nicht unbedingt. Sollte man nun auf Spaziergänge verzichten und sein Haustier ab und zu mal kühl abduschen?, fragt Julia P. aus Charlottenburg. Zootierarzt Andreas Ochs gibt ein paar Tipps, wie man seinen Hunden über die heißen Tage hilft:

„Obwohl wir uns ja freuen sollten, dass endlich richtiger Sommer Einzug gehalten hat, gibt es natürlich Lebewesen, denen die Hitze zu schaffen macht. Das betrifft nicht nur menschliche Zeitgenossen, sondern auch vor allem die Hunde. Eigentlich sind Hunde ja ziemlich tolerant gegenüber hohen Temperaturen, trotzdem gibt es bei extremer Wärme einige Dinge zu beachten, damit der treueste Freund des Menschen nicht allzu sehr ins Hecheln kommt.

Und das ist auch schon das charakteristische Zeichen dafür, dass es einem Hund warm ist – er hechelt. Und das tun die Hunde mitunter so intensiv, in hoher Frequenz und bisweilen mit einem so mitleiderregenden Gesichtsausdruck, dass man durchaus Sorge um ihr Wohlbefinden bekommen kann. Zum Hecheln muss man aber wissen, dass diese Form der Abgabe von Körperwärme über die Maulschleimhaut, die Zunge und den Atem für die Tiere die einzige Möglichkeit zum „Schwitzen“ ist.

Den Hunden fehlt also der kühlende Effekt, den auf der Haut verdunstender Schweiß uns Menschen verschafft. Zwar gibt es ein paar Schweißdrüsen zwischen den Pfotenballen, die aber für die Thermoregulation des Hundeorganismus eine eher untergeordnete Rolle spielen. Auf dunklen Böden kann man den Pfotenschweiß manchmal sehen.

Natürlich sind Hunde mit langem, dichtem und vielleicht sogar noch dunklem Fell in diesen Tagen klar im Nachteil. Theoretisch könnte man solchen Tieren etwas Erleichterung verschaffen, indem man ihnen zumindest teilweise mit der Schermaschine zu Leibe rückt. Aber eigentlich ist das unnötig, wenn man ihnen kühle und schattige Plätze zur Verfügung stellt.

Die Dusche mit dem Gartenschlauch wird von vielen Hunden meistens nicht so richtig gern gesehen, und man sollte nur diejenigen derart Abkühlen, die das auch sichtbar mögen. Den „Wasserratten“ unter den Hunden kann man eine Bademöglichkeit anbieten. Selbst die Hunde, die sonst ungern schwimmen, gehen bei hohen Temperaturen dann gerne wenigstens mit den Pfoten oder bis zum Bauch ins Wasser. Und Trinkwasser muss auch jederzeit und in größerer Menge als üblich angeboten werden.

Es versteht sich eigentlich von selbst, dass auf ausgedehnte Spaziergänge in der Mittagshitze verzichtet wird und diese entweder auf die frühen Morgenstunden oder den Abend verlegt werden. Nicht nur in eigenem Interesse sollte man auf das Joggen oder Fahrradtouren mit Hundebegleitung in diesen Tagen verzichten. Wie bei uns Menschen bestehen dabei die Gefahren vor allem durch Herzkreislaufprobleme, die sich noch verstärken können, wenn zu wenig Wasser getrunken wird.

Natürlich lässt man auch keinen Hund bei solchen Temperaturen im abgestellten Auto sitzen! Apropos Auto – ein mögliches Risiko von autofahrenden Hunden wird häufig vergessen: die Konjunktivitis oder Lidbindehautentzündung. Sie kann die Folge sein, wenn Hunde den kühlenden Fahrtwind am offenen Autofenster oder im Cabrio genießen.“