Streiks

Post- und Charité-Mitarbeiter wollen gemeinsam demonstrieren

Seit mehr als einer Woche lassen hunderte Mitarbeiter der Charité ihre Arbeit ruhen. In Berlin wollen nun Post- und Charité-Mitarbeiter gemeinsam auf die Straße gehen.

Mit ihrer Forderung nach mehr Personal sind die Mitarbeiter der Berliner Charité am Dienstagnachmittag auf die Straße gegangen. An einer Demonstration vom Charité-Standort in Mitte zum Roten Rathaus beteiligten sich etwa 1000 Menschen, sagte Gewerkschaftssekretär Kalle Kunkel der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Spruch auf vielen Plakaten und Schildern: „Mehr von uns ist besser für alle.“ Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) solle damit auf seine Verantwortung für die Charité hingewiesen werden, so Kunkel. Aus der Politik würden nun konkrete Rückmeldungen zu den Spielräumen erwartet.

Streikbewegungen vereinen

Am Donnerstag wolle man daher zwei Streikbewegungen bei einer Demo vereinen: Mitarbeiter von Post und Charité seien aufgerufen, den Bundestag gemeinsam „in die Zange zu nehmen“, wie es in einer Ankündigung hieß.

Verdi hatte vor einer Woche zum unbefristeten Streik an Europas größter Universitätsklinik aufgerufen. Seitdem sind nach Klinikangaben täglich etwa 200 OPs ausgefallen. 1200 Betten seien inzwischen nicht mehr belegt, also mehr als ein Drittel, sagte Kunkel. Ein Notdienst versorgt akute Fälle.

Gewerkschaft und Charité-Geschäftsleitung verhandeln seit Donnerstag wieder: Konstruktiv, aber schwierig seien die Gespräche, so Kunkel. Die Charité äußerte sich am Dienstag nicht. Die Gewerkschaft fordert mehr Pflegepersonal, tariflich geregelt durch Quoten. Doch zusätzliche 600 Pfleger hält die Klinik für nicht finanzierbar. Zudem müsse die Frage auf Bundesebene gelöst werden.