Verfassungsschutzbericht

In Berlin leben immer mehr Islamisten

Die Islamistenszene in Berlin wächst weiter: Die Sicherheitsbehörden zählen aktuell 650 Salafisten, 150 mehr als 2013.

Die Islamistenszene in Berlin wächst weiter. Laut dem am Dienstag vorgestellten Berliner Verfassungsschutzbericht für 2014 zählten die Sicherheitsbehörden bis Anfang Juni dieses Jahres 650 Salafisten in der Bundeshauptstadt. Das waren 150 Personen mehr als noch 2013. Davon würden 340 als gewaltbereit eingeschätzt, sagte Innensenator Frank Henkel (CDU). Die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus bleibe eine enorme Aufgabe für die Sicherheitsbehörden, wie die jüngsten Anschläge in Tunesien und Frankreich zeigten, betonte Henkel.

Zu den Salafisten, der aktuell am schnellsten wachsenden Extremistengruppe in Deutschland, kommen weitere 320 in Berlin beheimatete gewaltbereiten Anhänger von Hamas und Hisbollah dazu. Weitere 95 Berliner haben die Behörden als Anhänger gewaltbefürwortender islamistischer Gruppen identifiziert, wie die den Muslimbrüdern nahe stehenden Hisbut-tahir.

90 Berliner kämpften für den Islamischen Staat

Mehr als 90 Berliner Islamisten haben bislang für den Islamischen Staat in Syrien gekämpft. Etwa ein Drittel von ihnen ist wieder zurückgekehrt, rund ein Dutzend kam bei Kämpfen ums Leben.

Leicht angestiegen ist laut Verfassungsschutz auch das rechtsextremistische Personenpotenzial in der Bundeshauptstadt, von 1.290 auf 1.355. Die Anzahl der Neonazis reduzierte sich wiederum leicht von 460 auf 430. Immer wichtiger würden in der Szene jenseits des traditionellen rechtsextremen Milieus islamfeindliche Gruppierungen und Netzwerke wie die sogenannten Reichsbürger.

Die linksextreme Szene blieb dagegen 2014 mit 2.520 zu 2.560 Personen nahezu konstant, während die Zahl der gewaltbereiten Linksextremen von 1.020 auf 960 Personen sank.