Unfall in Berlin

S-Bahn in Hoppegarten entgleist - S5 unterbrochen

Auf der Linie S5 verkehren zwischen den Bahnhöfen Mahlsdorf und Fredersdorf bis mindestens Freitag ersatzweise nur Busse.

Ein Zug der Berliner S-Bahnlinie S5 ist am Montagabend gegen 21.45 Uhr am Bahnhof Hoppegarten (Märkisch-Oderland) entgleist. Zwischen den Bahnhöfen Mahlsdorf und Fredersdorf werden deshalb Busse statt Bahnen eingesetzt, wie die S-Bahn Berlin mitteilte.

Der Zug war auf dem Weg Richtung Spandau unterwegs. Vier Wagen des Zuges seien aus den Gleisen gesprungen. Sie kippten aber nicht um, sondern standen schief im Gleisbett, laut Bundespolizei wurde keiner der Fahrgäste verletzt.

"Insgesamt waren 55 Passagiere in der Bahn, 13 Menschen in den betroffenen Waggons, die wir evakuiert haben", sagte der Sprecher der Bundespolizei, Jens Schobranski. Die Behörde führt die Ermittlungen.

"Wir hoffen, dass es bis Freitag erledigt ist“

Die Bergungsarbeiten dauerten auch am Dienstag an. "Wir hoffen, dass es bis Freitag erledigt ist“, sagte ein Sprecher der S-Bahn, die zur Deutschen Bahn gehört.

"Geschehen ist der Vorfall im Bereich einer Weiche, aber ob die kaputt ist oder falsch eingestellt oder ob es einen anderen technischen Defekt gab, ist offen", so Bundespolizei-Sprecher Schobranski weiter. Wie ein Insider sagte, hatte sich offenbar eine Weiche bei der Überfahrt des Zuges automatisch umgeschaltet. Dies soll nicht das erste Mal gewesen sein.

An der Stelle fährt der Zug etwa 40 km/h. Durch den Unfall wurden mehrere Meter Gleis schwer beschädigt.

Spezial-Kran aus Leipzig soll Wagen heben

Da ein Bauzug die entgleisten Waggons nicht habe entfernen können, wurde nun ein Spezial-Kran aus Leipzig eingesetzt, sagte Schobranski. Am Dienstagnachmittag traf dieser Zug in Hoppegarten ein und startete mit der Bergung.

"Wenn die Waggons geborgen sind, folgen Aufräumarbeiten und Reparaturen. Der Schaden im Gleisbereich muss festgestellt werden, da haben enorme Kräfte gewirkt." Entsprechend könne die Strecke noch tagelang gesperrt bleiben.

Mit dem Kran hob ein erfahrener Kranführer den Zug zurück auf die Schienen. Diese „besondere Herausforderung“ sei ein „absoluter Ausnahmezustand“ für die Berliner S-Bahn, sagte eine Sprecherin des Unternehmens zuvor. Kräne zur Bergung von Zügen seien an zentralen Punkten im Bahnnetz platziert, in Berlin selbst sei aber keiner verfügbar.

Die Polizei wertet nun Aufzeichnungen aus dem Zug und dem Stellwerk gemeinsam mit dem Eisenbahnbundesamt aus. Einen Anschlag könne die Bundespolizei mittlerweile ausschließen, hieß es.

Die S-Bahn setzt neben Bussen für Pendler einen zusätzlichen Shuttlezug zwischen Strausberg und Lichtenberg ein - und empfiehlt als Umfahrung auch die RB26 zwischen Strausberg und Lichtenberg.

Die Haltestellen des Ersatzverkehrs sind:

- Mahlsdorf - Hönower Str. Li.197

- S Birkenstein BMO 941

- Hoppegarten - Haltestelle BMO 941

- Neuenhagen - Haltestelle BMO 940

- Fredersdorf - südlicher Bahnhofsvorplatz Li.951.