Der Tag

So wurde die Queen in Frankfurt und Berlin gefeiert

Die Königin machte am Donnerstag einen Ausflug nach Frankfurt. Dann stieg in Berlin eine Gartenparty zu ihren Ehren. Das war der Tag.

Ein Toast auf die Queen: Mit einer großen Gartenparty in Berlin ist der zweite Tag des Staatsbesuchs von Königin Elizabeth II. zu Ende gegangen. Rund 650 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen am Donnerstagabend in die Residenz des britischen Botschafters Simon McDonald. Dort wurde der Geburtstag der 89 Jahre alten Königin nachgefeiert. Zuvor hatte die Monarchin zum ersten Mal Frankfurt am Main besucht und war von Tausenden Fans bejubelt worden.

„Für uns Briten ist der Staatsbesuch der Königin in Deutschland der herausragende Höhepunkt eines außergewöhnliches Jahres“, sagte Botschafter McDonald. „Und nach dem herzlichen Empfang zu urteilen, den man Eurer Majestät und Eurer Königlichen Hoheit gestern in Berlin, heute Mittag in Frankfurt und jetzt hier in Grunewald bereitet hat, finden das die Menschen in Deutschland auch.“

Gäste aus Politik und Gesellschaft feierten mit

Elizabeth II. und Prinz Philip (94) gingen durch den Garten und wurden einigen Gästen vorgestellt. Neben Bundespräsident Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt waren einige Bundesminister und Ministerpräsidenten aus den Ländern zum Empfang gekommen. Außerdem dabei: NDR-Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert, Schauspieler Henning Baum und die englische Hutmacherin Fiona Bennett.

Die Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche (CDU) brachte einen Ziegelstein mit, der an den Besuch erinnern und beim Wiederaufbau der kriegsbeschädigten Potsdamer Garnisonskirche verwendet werden soll. Diesen zeigte sie der Königin.

Zur Feier des Tages sangen die Gäste die Nationalhymnen beider Länder, dann erhoben sie die Gläser zum Wohl der Staatsoberhäupter. Serviert wurde typisches Britisches, darunter Sandwich-Dreiecke, Fish & Chips, Lachs-Dill-Röllchen und Erdbeeren mit Schlagsahne. Nach der Gartenparty war das Programm für den Tag offiziell beendet.

Kinderchor singt "Die Gedanken sind frei"

In Frankfurt hatte die Queen zuerst die Paulskirche besucht. Ein Kinderchor der Domsingschule begrüßte die Monarchin mit dem Lied „Die Gedanken sind frei“. Das Gebäude gilt als Geburtsstätte der Demokratie und des Parlamentarismus in Deutschland. Die Königin wollte vor allem die Goldene Bulle sehen, das wichtigste Verfassungsdokument des mittelalterlichen Römischen Reiches. Das 1356 erlassene Gesetz bestimmte Frankfurt einst zum Wahlort der deutschen Könige und Kaiser. Das Dokument war für den Besuch extra aus dem Tresor geholt worden.

Die kurze Strecke zwischen Paulskirche und Rathaus Römer legten Königin und Prinzgemahl unter dem Jubel der Menge zu Fuß zurück. Rund 5500 Menschen hatten nach Zählung der Polizei ausgeharrt, um einen Blick auf Elizabeth II. zu erhaschen. Einige erlitten in der Mittagssonne Schwächeanfälle.

Festliches Essen im Frankfurter Römer

An dem festlichen Mittagessen im Römer nahmen rund 120 ausgewählte Gäste teil. Am Tisch der Queen saßen auch Gauck und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Es gab regionale Küche aus Hessen, etwa „Tafelspitzsülze mit Frankfurter Grüner Sauce im Glas“. Nach dem Essen betrat die Königin den Balkon und winkte den Menschen zu. Kurz danach flog die Queen zurück nach Berlin.

Elizabeth II. ist zum fünften Mal zu einem Staatsbesuch in Deutschland, der erste war vor 50 Jahren. Sie wird bis Freitag bleiben. Nach einem Rundgang am Brandenburger Tor wird sie zum Abschluss die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen in Niedersachsen besichtigen. Es ist das erste Mal, dass die Queen ein ehemaliges Konzentrationslager besucht. Danach fliegt das royale Paar von Celle aus zurück.