Drogen

Bis Kreuzberg im Coffeeshop kiffen könnte, dauert es Wochen

Experten der Bundesopiumstelle entscheiden über Verkaufsstellen von Cannabis in Friedrichshain-Keruzberg. Das Verfahren dauert.

Mit Hanfbrille: Wer in Kreuzberg legal Cannabis kaufen will, muss noch warten

Mit Hanfbrille: Wer in Kreuzberg legal Cannabis kaufen will, muss noch warten

Foto: Paul Zinken / dpa

Bis der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg seine erste Cannabis-Verkaufsstelle einrichten kann, wird es noch einige Zeit dauern. Wie es vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn am Donnerstag hieß, werde man den Antrag, der an diesem Freitag eingereicht werden soll, sorgfältig von der dem Institut angehörigen Bundesopiumstelle prüfen lassen.

„Experten verschiedener Fachrichtungen wie Juristen, Mediziner und andere Wissenschaftler werden den Antrag in den nächsten Wochen auf die unterschiedlichsten Aspekte hin prüfen“, sagte Sabine Cibura, stellvertretende Sprecherin des BfArM, der Berliner Morgenpost.

Der Antrag von Friedrichshain-Kreuzberg für zwei Cannabis-Verkaufsstellen an das Bonner Institut ist 25 Seiten dick. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) will den Antrag am Freitag öffentlich unterschreiben. Das BfArM kann das Vorhaben daraufhin genehmigen oder ablehnen.

Cannabis könnte bei Berlin angebaut werden

Da das Bundesinstitut bislang noch nicht über vergleichbare Fälle entschieden habe, könne man keine konkreten Angaben zum Zeitraum der Prüfungsdauer machen, sagte Cibura weiter. Außerdem, so die Sprecherin, liege der Antrag bislang ja auch noch nicht vor. Nach Eingang des Antrags solle laut Gesetzeslage innerhalb von drei Monaten eine Entscheidung getroffen werden.

Laut dem Antrag soll in den beiden Verkaufsstellen Haschisch und Marihuana staatlich kontrolliert an registrierte Konsumenten aus dem Bezirk verkauft werden können. Alle Erwachsenen, die im Bezirk leben und gemeldet sind, sollen dort kaufen können. Pro Einkauf sollen zehn Gramm Cannabis in Ein-Gramm-Tüten gekauft werden können. Der Preis soll bei zehn bis elf Euro pro Gramm liegen, was in etwa dem Preis bei den Drogenhändlern entspricht. Das Cannabis könnte in der Umgebung von Berlin angebaut werden.

Ziel der Bezirksbürgermeisterin ist es unter anderem, den kriminellen Drogenhandel einzudämmen. Außerdem gehe es um die Anerkennung der Tatsache, dass der Kampf der Justiz gegen das Haschisch- und Marihuanarauchen gescheitert sei, hieß es aus ihrem Büro. Ähnlich sieht es auch die SPD. Das Verbot von Cannabis bringe nichts, „dadurch wurde der Görli zu dem, was er heute ist“, sagte Peggy Hochstätter, Bezirksverordnete der SPD Friedrichshain-Kreuzberg. „Nur eine Legalisierung kann die Zustände am Görli bessern.“

Gedealt wird nun anderswo

Der Görlitzer Park in Kreuzberg galt lange als Hochburg von Drogendealern. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hat die Grünfläche von April an jedoch zur „drogenfreien Zone“ erklärt. Den Drogenhandel dämmte dies indes nicht ein – Dealer suchten seither neue Standorte, etwa in der Hasenheide oder an der Revaler Straße.