Queen Elizabeth II.

So erlebte der Queen-Bootsverleiher die Fahrt auf der Spree

Nils Clausen hat die Queen über die Spree geschippert - in der "Ajax", einem Boot das genauso alt ist wie die Queen selbst.

Queen Elizabeth II., Prinz Philip, Bundespräsident Joachim Gauck und Daniela Schadt im 89 Jahre alten Boot "Ajax"

Queen Elizabeth II., Prinz Philip, Bundespräsident Joachim Gauck und Daniela Schadt im 89 Jahre alten Boot "Ajax"

Foto: Getty Images

„Sie hat eine ganz außergewöhnliche Ausstrahlung“, sagt Nils Clausen. Gerade hat er Elizabeth II., von der er nur als „Her Majesty“ spricht, samt Begleitung vor dem Schloss Bellevue abgesetzt. Nach mehr als acht Wochen Vorbereitung begann sein Tag heute kurz nach Sonnenaufgang. Gegen sechs Uhr legte er mit sieben Angestellten auf drei Schiffen vom Verleih „Schiffskontor“ am Rummelsburger See ab. Die „Don Juan“ würde Vertreter der Britischen Botschaft sowie die Kammerzofe der Königin befördern, die „Aida“ alle akkreditierten Fotografen. Und die „Ajax“ war nun nach zweitägiger Pflege und einem kleinen Umbau bereit für die Star-Gäste.

Vor fast zwei Monaten hatte Clausen, der seine Boote über das „Schiffskontor“ vermietet, eine vorsichtige Anfrage des Auswärtigen Ames erhalten. „Die Vorhut kam zu dritt“, sagt der 48-Jährige. Die Delegation der Britischen Botschaft, die wenige Wochen später erschien, wollte ganz sicher gehen: Gut 20 Vertreter ihrer Majestät fuhren im unauffälligen Bus vor und klärten auf dem rauen Werftgelände in Oberschöneweide mit Clausen letzte Modalitäten.

Am Mittwoch nun legte Clausens Mannschaft gegen 7.30 Uhr am Schloss Bellevue an. „Jetzt begann ein langer Sicherheitscheck“, sagt er. Hunde, Taucher, Terrorismusexperten untersuchten die Boote. „Danach durften wir nicht mehr von Bord und niemand zusteigen.“

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Pünktlich um 11.30 Uhr erschienen seine Passagiere, Elizabeth und Prinz Philip, begleitet von Bundespräsident Joachim Gauck, seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt und Bodyguards. Für die betagten Briten sollte der Zugang zum Schiff erleichtert werden. „Wir haben eigens eine Treppe gebaut“, so Clausen.

Auf dem Schiff von 1926, einem sogenannten Backdeckkreuzer, der genauso alt wie die Queen ist und einst in der legendären Werft Engelbrecht vom Stapel gelaufen war, beobachtete Clausen an der Seite seines Kapitäns die Gäste. Als Sitzgelegenheit hatte er am Heck eine lederbezogene Bank vorbereiten lassen. Die Königin sprach dort viel mit Daniela Schadt. „Sie war das blühende Leben. so möchte ich mit 89 Jahren auch ausshen“, sagt Clausen. Prinz Philip war indes die Freude über die vielen Menschen entlang der Fahrtroute anzusehen. „Mancher rannten ein Stück mit und es waren viele Kinder dabei.“

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Exakt um 11.56 Uhr endete die Rundfahrt im Regierungsviertel. Zu Clausens Erleichterung waren alle denkbaren Unannehmlichkeiten ausgeblieben. Sogar das Wetter hatte mitgespielt. Denn auf Wunsch der Botschaft musste er das Dach der „Ajax“ abbauen lassen. „Und was, wenn es regnet?“, hatte er die Gesandten damals gewarnt. „Don’t worry“, so die Antwort, „she's British“ - „Keine Sorge, sie ist Britin.“

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