Royaler Knigge

So benimmt man sich beim Queen-Besuch in Berlin richtig

Zum Besuch der Queen in Berlin hat die britische Botschaft Benimmregeln veröffentlicht. Ein Knicks ist nicht zwingend vorgeschrieben.

Popstar Madanna macht's richtig - und deutet einen kleinen Knick vor der Queen an

Popstar Madanna macht's richtig - und deutet einen kleinen Knick vor der Queen an

Foto: lf/rh / Reutrs_pool

Pünktlich zum Tag der Ankunft von Ihrer Majestät, Queen Elizabeth II. mit ihrem Gemahl, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, am Dienstag in Berlin veröffentlichte die Botschaft des Vereinigten Königreiches in der deutschen Hauptstadt ein paar Benimmregeln zu ihrem Aufenthalt.

Eine Verbeugung oder ein Knicks vor Mitgliedern der Königlichen Familie sei nicht vorgeschrieben, heißt es. Es sei jedoch eine Tradition, an der viele Menschen nach wie vor gern festhalten. „Er ist sehr symbolisch, es reicht jedoch ein kurzer, leichter Knicks“, sagte der Britische Botschafter, Sir Simon McDonald, der Berliner Morgenpost. „Normalerweise stellen die Damen den linken Fuß nach vorn. Aber inzwischen darf auch eine Frau knicksen wie ein Mann. Im Sinne von verbeugen, das ist also nur eine Geste, nicht tief, nur angedeutet.“ Herren reichen die Hand und verbeugen sich beziehungsweise neigen leicht den Kopf.

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Die korrekte Anrede für die Königin lautet bei der ersten Anrede „Your Majesty“ und danach „Ma’am“. Der Herzog von Edinburgh, Prinz Philip, wird beim ersten Kontakt mit „Your Royal Highness“ und danach mit „Sir“ angeredet.

Queen Elizabeth II. soll Selfies hassen

Queen Elizabeth II. hasst offenbar Selfies. Sie finde es „entsetzlich“, wenn sie nur noch Rücken von Leuten vor sich sehe, die mit dem Handy eine Aufnahme von sich selbst und der Königin machen wollten, sagte Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert. „Man sollte respektvoll sein, nicht ‚pushy‘. Das ist wichtig, auch gegenüber der Entourage“, so Botschafter McDonald. Die Monarchin möge es auch nicht, wenn sie statt in Gesichter nur noch in einem Schwarm von Linsen und Fotoapparaten blicke, sagte Seelmann-Eggebert. In anderer Hinsicht zeige sich die Königin allerdings tolerant: „Sie verzeiht es natürlich, wenn jemand sie anspricht, obwohl er eigentlich abwarten müsste, bis sie ihn anspricht.“

Niemals sollte man die Queen von selbst ansprechen. Elizabeth II. fordert ihre Gesprächspartner auf, nicht anders herum. Sollte es zu einer Unterhaltung mit ihr kommen, keine Fragen stellen, das ist verboten. „Ein gutes Gespräch mit der Königin ist ein spontanes Gespräch“, sagt Sir Simon McDonald.

>> Das Programm von Queen Elizabeth II. in Berlin <<

Kommt man während der Unterhaltung auf ihren Ehemann zu sprechen, sagt man nicht „Prinz Philip“ oder gar „Ihr Mann“, sondern „der Herzog von Edinburgh“. Nie die Kinder erwähnen, weil man glaubt, über sie aus der Presse unterrichtet zu sein.

Unbedingt beachten: Die Königin hasst Handyklingeln – auch wenn sie dies schon mal mit britischem Humor überspielt. „Sie sollten rangehen, vielleicht ist es jemand Wichtiges“, soll sie in einem solchen Fall bereits gesagt haben.

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