Mitte

Spielplatz nach Rasierklingen-Fund wieder freigegebenen

Erst in Prenzlauer Berg, zuletzt in Mitte - auf drei Spielplätzen wurden Rasierklingen gefunden. Noch ist unklar, wer dahinter steckt.

Der Spielplatz Weinbergsweg war am Donnerstag gesperrt worden

Der Spielplatz Weinbergsweg war am Donnerstag gesperrt worden

Foto: David Heerde

Die achtjährige Tessa bringen die Rasierklingen nicht aus der Fassung. Schon mehrmals hat einer ihrer Klassenkameraden Spritzen, Wattebällchen oder eben Rasierklingen im Sand gefunden. „Wir rufen dann die Erzieherin“, erzählt das Mädchen mit den blonden Haaren. Sie geht in die dritte Klasse der Grundschule am Teutoburger Platz. Den Kindern wird dort beigebracht, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie auf die gefährlichen Funde stoßen. Mit gutem Grund.

Innerhalb eines Monats wurden auf drei Spielplätzen in der Umgebung Klingen gefunden, die jemand wenige Zentimeter tief in den Sand gesteckt hatte. Zuletzt am Donnerstag, auf dem Spielplatz am Weinbergsweg in Mitte. Eine Mutter hatte den Fund der Polizei gemeldet. Das Grünflächenamt durchkämmte daraufhin mit Rechen den Sand – eine weitere Klinge tauchte auf. Die Ermittlungen laufen. Untersucht wird auch, ob hinter den drei Fällen der gleiche Täter steckt. „Derzeit haben wir keine konkreten Hinweis darauf“, sagte eine Polizeisprecherin.

Absperrband entfernt

Eine Ausweitung der Untersuchungen von Spielplätzen könne sich der Bezirk Mitte jedoch nicht leisten, so Baustadtrat Carsten Spallek (CDU). Sein Amtskollege im Rathaus Pankow, Jens-Holger Kirchner (Grüne), spricht von einer „schwer nachvollziehbaren“ Tat, und schließt ebenfalls weitere Sicherheitsmaßnahmen aus. Man wolle keine Panik schüren. Am Freitagmittag entfernten die Mitarbeiter des Grünflächenamts das rot-weiße Absperrband vom Spielplatztor am Weinbergsweg. Bei wechselhaftem Wetter waren die Rechenspuren auch noch am späten Nachmittag unversehrt. Kinder spielten hier nicht.

Anders am Teutoburger Platz. Wie jeden Freitag ist die Erzieherin Hannah Kröger mit Tessa und 17 weiteren Kindern auf dem Spielplatz. Kröger wünscht sich mehr Kontrollen durch den Bezirk. „Es wäre aber falsch, die Spielplätze zu meiden“, sagt sie, „die Kinder müssen lernen, mit der Gefahr umzugehen.“