Prozess

46-Jähriger ersticht Ehefrau und gesteht vor Gericht

Ein Ehepaar streitet sich sechs Monate lang, die Frau spricht von Trennung, dann wieder von Liebe. Schließlich rastet der Mann aus.

Ein 46-jähriger hat gestanden, seine Frau durch einen Stich in den Hals getötet zu haben. „Wir hatten seit sechs Monaten Streit, ich war am Ende“, erklärte der Angeklagte vor dem Berliner Landgericht zu Prozessbeginn am Mittwoch. Die 40-Jährige habe ihn in der Küche der gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Lichtenberg zunächst am Kragen gepackt. An den Einsatz des Messers könne er sich aber nicht erinnern. „Mir wurde schwarz vor Augen.“

Der 46-Jährige hatte die Feuerwehr alarmiert, als seine Ehefrau am 4. Februar dieses Jahres blutend am Boden lag. „Ich habe blitzschnell versucht, sie zu retten“, sagte der gelernte Kfz-Mechaniker. Für die 40-Jährige kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Totschlag aus.

Nach fünfjähriger Ehe habe es ständig Streit gegeben, erklärte der Angeklagte. Seine Frau habe mal von Trennung gesprochen, dann wieder von Liebe. Sie hätten in einer Firma viel gearbeitet und seien beide gereizt gewesen. „Wenn meine Frau dann mehr als ein Bier getrunken hatte, suchte sie Streit“, erklärte der Mann. „Sie beleidigte mich auch, weil ich keine Kinder zeugen kann.“

Zur Messerattacke kam es nach Aussage des Angeklagten, als die Frau gegen Mitternacht die Wohnung verlassen wollte. In der Küche hätten sie sich gegenseitig beschimpft. Er sei aber nicht eifersüchtig gewesen und habe auch nicht befürchtet, verlassen zu werden. Die Verteidigerin sagte, ihr Mandant habe „das ständige Hin und Her nicht mehr ertragen“. Der Prozess wird am 8. Juni fortgesetzt.