Geldautomaten

Bargeld bleibt knapp – Streik bei Geldtransporteur spitzt sich zu

Der Streik bei Prosegur geht in die sechste Woche - und verschärft sich. Das Unternehmen hat die Mitarbeiter ausgesperrt. Damit bleiben die Zeiten für Kunden von Geldautomaten mau.

Foto: Stefan Sauer / dpa

Der Streik beim Werttransport-Unternehmen Prosegur in Potsdam wird auch in der sechsten Woche fortgeführt. „Die Kollegen haben sich am Morgen für eine Fortsetzung des Arbeitskampfs ausgesprochen, nachdem Prosegur sechs streikenden Mitarbeitern in der Probezeit gekündigt hat“, sagte Verdi-Verhandlungsführer André Pollmann am Montag. Das Unternehmen reagierte am Nachmittag auf den anhaltenden Streik mit der sofortigen Aussperrung aller knapp 150 streikenden Mitarbeiter.

Da der wochenlange Streik massive Auswirkungen auf das Unternehmen, seine Kunden und die Bargeldversorgung in der Region habe, wolle Prosegur seine Versorgungspläne weiter verbessern, teilte das Unternehmen mit. In den vergangenen Wochen war wegen des Streiks an einigen Geldautomaten in Berlin und Brandenburg das Bargeld knapp geworden.

In der Potsdamer Niederlassung gibt es rund 350 Beschäftigte. Verhandlungen über eine mögliche Schlichtung in dem Tarifkonflikt waren Ende vergangener Woche gescheitert. Die Gewerkschaft habe neue Forderungen nach einer Beschäftigungs- und Standortsicherung erhoben, die für das Unternehmen nicht akzeptabel seien, sagte eine Sprecherin von Prosegur. Denn das Unternehmen müsse prüfen, ob die Kapazitäten der Potsdamer Niederlassung wegen der Folgen des langen Streiks angepasst werden müssten. Konkrete Angaben dazu wurden nicht gemacht.

Verdi verlangt im Streit um einen nach ihren Angaben 14 Jahre alten Haustarifvertrag einen Zuschlag von einem Euro pro Stunde statt der angebotenen 0,65 Euro. Zusätzlich fordert die Gewerkschaft eine Risiko-Absicherung der Mitarbeiter bei Überfällen.