Berliner Nahverkehr

30 Euro für alle? So ärgert sich das Netz über die Öffi-Flatrate

Die Linke schlägt vor, dass alle Berliner 30 Euro im Monat für eine Flatrate im öffentlichen Nahverkehr zahlen - ob sie ihn nutzen oder nicht. Und das sagen unsere Facebook-Nutzer dazu.

Foto: Frank Lehmann

Die Berliner Linke fordert eine Abgabe für alle Berliner für den öffentlichen Nahverkehr - egal, ob sie diesen nutzen oder nicht.

Mit Hilfe des solidarisch finanzierten Monatstickets in Höhe von rund 30 Euro könne eine sogenannte „Öffi-Flatrate“ für den fahrscheinlosen Bahn- und Busverkehr eingeführt werden, heißt es in dem Vorstoß.

Jetzt kosten diese Monatstickets mehr als das Doppelte. Ermäßigungen sind für Rentner, Schüler und Hartz-IV-Empfänger vorgesehen. Ähnliche Konzepte vertreten Piraten und Grüne.

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Und so kommentieren unsere Facebook-User den Vorschlag einer Öffi-Flatrate. Eine Auswahl:

Rico-Thore Kauert meint: „Warum nicht. 1 Euro pro Tag für eines der modernsten ÖPNV Netze der Welt. Und die Stadt wird autotechnisch entlastetet. Dafür, dass die meisten, die hier schimpfen, am Tag 5 Euro für Zigaretten ausgeben und schön Bundesliga via Pay TV gucken, ist die künstliche Aufregung ziemlich peinlich.“ Und erntet dafür Dutzende Komentare.

Unter ihnen ist auch Olaf Schmidt: „Ich habe einen besseren Vorschlag: Wir lösen die verkrusteten Strukturen des Staatsfunks auf, den jeder Haushalt im Quartal mit 52,50 Euro alimentieren muss. Ein gebührenfinanzierter Sender ist genug, sowohl im Fernsehen als auch im Radio. Mit den frei werdenden Mitteln fördern wir alternative Verkehrskonzepte. Und die bisher alimentierten Mitarbeiter des Staatsfunks suchen sich eine richtige Arbeit.“

Jörg Feudel Stümpfel kommentiert: „Warum soll man für die öffentlichen bezahlen, noch dazu für lau! Hab‘ jeden Monat meine Monatskarte gekauft, aber nun nicht mehr, weil ich denen das Geld nicht in den Hals schmeiße und dann noch nicht mal die Möglichkeit habe, innerhalb des Nahverkehrsnetzes zur und von Arbeit zu kommen! Also bin ich aufs Rad umgestiegen! Ein Auto hatte ich noch nie im Leben und brauche sowas auch nicht!“

Robert Schindler findet das Konzept undurchdacht: „Die Touristen fahren dann umsonst und die Nichtnutzer aus Berlin zahlern 30 Euro? Tolles Konzept.. (-; Voll zu Ende gedacht.“

Und Markus M. Theile will nicht gegängelt werden: „Es ist falsch, über die Kopfe anderer zu entscheiden. Es gibt eine Vielzahl von in Berlin lebenden Menschen, die selten oder gar nie die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Auch wenn es nur ein Euro für eine Art Flatrate im Monat ist - im Jahr sind das 365 Euro. 365 Euro für eine Leistung, die man aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht in Anspruch nehmen kann oder will? Das ist zu viel des Guten! Sicherlich hätten einige einen Vorteil, aber auch viele würden benachteiligt. Dazu zähle ich beispielsweise jene, die in ihrer Mobilität derart eingeschränkt sind, dass die Wohnung nicht mehr verlassen werden kann. Arbeitnehmer, die außerhalb Berlins ihre Arbeitsstelle gezwungener Maßen nur mit dem Fahrzeug erreichen.“

Für Astrid Knauer lohnt sich die Rechnung nicht: „Aha...ich nutze die Öffis ca. 10 Mal im Jahr und soll dafür 360 € zahlen? Und das auch für meine beiden Kinder? Und wenn dadurch alle Kontrollen und Automaten eingespart werden können, muss ich also die 20 Mio. Touristen mitfinanzieren? Die Linken gehen mir auf den Zeiger!“

Einer der wenigen, der für den Vorschlag ist, ist Andreas Waibel: „Das wäre die Krönung - jetzt zahle ich fast 90 Euro für ABC- bin dafür - und ich glaube, dann nutzen mehr Berliner die öffentlichen.“

  • Und Michaela Ellguth fordert zum Nachdenken auf: „Eine Partei, hier die Linke, hat beschlossen, das Konzept in den Wahlkampf einzubringen. Das bedeutet, das die Linke in Berlin erst einmal regierungsfähig gewählt wird. Aber, statt mal solange darüber nachzudenken, wie man benötigt, um das zu schnallen, wird gleich vollkommen durchgedreht. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. An einigen Beiträgen sieht man deutlich, das eine Solidargemeinschaft nur erwünscht ist, wenn sie dem Eigennutz dient. Egoismus läßt grüßen.“
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