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Briefträger setzen Streik in Berlin und Brandenburg fort

Wer dringende Briefe oder Pakete erwartet, braucht in Berlin und Brandenburg derzeit viel Geduld. Denn die Warnstreiks bei der Post gehen mindestens bis heute weiter. Ab Mittwoch wird wieder verhandelt.

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Das Warten auf die Post geht für viele Berliner und Brandenburger weiter. Die Zusteller der Deutschen Post setzen ihren Warnstreik nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di noch bis Dienstag fort.

Nach Postangaben beteiligten sich am Montag bundesweit 4200 Brief- und Paketzusteller am Ausstand. Am Mittwoch und Donnerstag wollen Ver.di und die Arbeitgeberseite dann wieder verhandeln. Betroffen von dem Warnstreik sind nach Gewerkschaftsangaben neben Berlin mehrere Städte in Brandenburg.

Post richtet Notdienst ein

Die Post versucht, dennoch einen Zustelldienst zu organisieren. Das würde auch weitestgehend funktionieren, sagte eine Sprecherin. Nur fünf Prozent der 65 Millionen täglich beförderten Briefe und elf Prozent der Pakete würden aufgrund des Warnstreiks verspätet zugestellt.

Ver.di sprach allein für die Streiktage Freitag und Sonnabend vergangener Woche von mehr als einer Million Briefen und mehreren hunderttausend Paketen in der Region, die vorübergehend liegen geblieben seien.

Ver.di fordert eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich und 5,5 Prozent mehr Geld. Die Post hatte unter anderem angeboten, den Kündigungsschutz um drei Jahre bis Ende 2018 zu verlängern, weitere Erholungszeiten zu vereinbaren und Heiligabend und Silvester wieder als arbeitsfreie Tage einzuführen.

Hintergrund des Konflikts ist der Aufbau eines Paketzustellernetzes durch die Gründung von 49 regionalen Gesellschaften. Dort arbeiten bereits mehr als 6000 Menschen, darunter viele ehemals befristet Beschäftigte der Post. Bezahlt werden sie aber zu niedrigeren Löhnen.

Ver.di sieht in dem Vorgehen einen Vertragsbruch und fordert für 140.000 Beschäftigte als Ausgleich eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeiten von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich.