Berliner Bilanz 2014

2500 Polizisten, Feuerwehrleute und Lehrer angegriffen

Immer wieder kommt es in Berlin zu Gewalt gegen sogenannte Amtsträger. Der Senat zählte 2014 insgesamt 2562 Angriffe. Auch 175 Attacken auf Lehrer wurden in der Statistik erfasst.

Mehr als 2500 sogenannte Amtsträger sind im vergangenen Jahr in Berlin angegriffen worden. Knapp die Hälfte davon wurden verletzt. Die 2562 Angegriffenen sind Polizisten, Lehrer, Feuerwehrleute, Justizvollzugsbeamte und weitere Staatsdiener wie etwa Gerichtsvollzieher oder Staatsanwälte. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor.

Die Zahlen bewegen sich seit 2011 auf ähnlich hohem Niveau. Am häufigsten werden Polizisten attackiert. Das liegt zum einen an den vielen Demonstrationen, bei denen zum Teil auch Gewalttäter unterwegs sind. Zudem kommt es immer wieder bei Festnahmen und Verhaftungen zu aggressiver Gegenwehr, durch die Polizisten verletzt werden können.

2148 Polizisten wurden im Jahr 2014 angegriffen; 1054 führte die Senatsinnenverwaltung als verletzt auf. Dabei werde das Kriterium „verletzt“ jedoch nicht registriert, sondern es würden die erfassten Opfer von „vollendeten Körperverletzungen“ genannt. 175 Lehrer wurden statistisch als Opfer von Angriffen erfasst, 93 verletzt. Das sind die niedrigsten Zahlen seit 2011, als es 244 angegriffene und 131 verletzte Lehrer gab. Bei den Feuerwehrleuten zählte der Senat 64 angegriffene und 27 verletzte Menschen, unter den Justizvollzugsbeamten waren es 33 beziehungsweise 9. Dazu kamen 142 sonstige Vollzugsbeamte als Opfer von Tätlichkeiten.

Die Hemmschwelle sinkt, kein Respekt vor Amtsträgern

Einzelne Gründe für die anhaltend hohe Aggression gegenüber Staatsvertretern lassen sich laut Senat schwer festmachen. Es sei aber klar: Der „Werteentwicklung innerhalb der Gesellschaft, dem Sinken von Hemmschwellen oder mangelnder Respekt gegenüber Amtsträgern kommt sicherlich eine Bedeutung zu“. Der Senat betonte, alle relevanten Behörden würden inzwischen für solche Fälle Schulungen und Qualifizierungen anbieten. Zu den Übungen gehörten Deeskalationsverhalten, Interventionstechniken, Erkennen von Gefahrenpotenzialen und Techniken zum Selbstschutz und zur Eigensicherung.

Der SPD-Innenpolitiker Schreiber sagte zu der Entwicklung: „Die Zahlen sind schockierend. Der Angriff auf Menschen in Uniform und Lehrer ist nicht hinnehmbar. Wir brauchen mehr Solidarität, wenn es zu solchen Übergriffen kommt. Außerdem müssen die Strafverfolgungsbehörde diese Verfahren zügig bearbeiten. Die Verletzungen laufen in Sekunden ab. Das Trauma bleibt möglicherweise ein Leben lang.“