Online-Befragung

Was sich Berliner für die Historische Mitte wünschen

1800 Bürger haben online ihre Ideen für die Gestaltung der Historischen Mitte um das Rote Rathaus eingereicht. Am Montag endet die Einreichungsfrist für die Vorschläge.

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Die Berliner Mitte zwischen dem Fernsehturm und der Spree ist eines der letzten prominenten Gebiete der Innenstadt, das sich noch frei gestalten lässt. Wie die 14 Hektar künftig genutzt werden sollen, ist bisher nirgends festgeschrieben. Der Senat hat alle Berliner eingeladen, bis Ende 2015 darüber zu diskutieren. Am Montag ist die letzte Chance, die neue „Alte Mitte“ online mitzugestalten. Bis 17Uhr können die Bürger am Montag ihre Ideen im Internet einbringen. Geplant sind zudem Erkundungsspaziergänge, eine Bürgerwerkstatt und eine Ausstellung. Die Ergebnisse münden in einem Ergebnispapier, das Ende 2015 dem Abgeordnetenhaus übergeben wird.

Derzeit sieht die Historische Mitte um das Rote Rathaus und die Marienkirche ziemlich trist aus. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts prägten enge Gassen und private Wohn- und Geschäftshäuser das Bild, seit den 1960er-Jahren sind jedoch große öffentliche Freiflächen entstanden. Seit dem Start des Online-Dialogs in der Debatte „Alte Mitte, neue Liebe“ am 18.April haben etwa 1800 Bürger ihre Ideen eingebracht. Hier einige Visionen der Berliner: „Der Raum zwischen Fernsehturm und Spree soll so frei bleiben wie er ist. Natürlich muss er gepflegt werden.“

„Ich fände eine Verkehrsberuhigung rund um das Rathausforum / Marx-Engels-Forum wichtig. Gerade die Fahrbahnen der Karl-Liebknecht-Straße und der Spandauer Straße beeinträchtigen die Aufenthaltsqualität auf den Grünflächen. Daher sollte die Karl-Liebknecht-Straße beruhigt werden, diese könnte auch die Straße Unter den Linden aufwerten. Die Spandauer Straße könnte sogar ganz beseitigt werden ...“ Ein anderer schreibt: „Ich wünsche mir einen Platz für Freilufttheateraufführungen auf dem Rathausforum oder Marx-Engels-Forum. Dieser Platz sollte nicht abgezäunt werden, sondern für öffentliche Aufführungen für alle Bürger zur Verfügung stehen. Hier wäre auch der Raum für Experimente. Eine Privatisierung oder Bebauung lehne ich ab.“

„Die Wasserspiele als Teil des Fernsehturm-Ensembles bleiben, als jüngste historische Bebauung, bestehen. Großstädtische Bauten und Shopping gibt es ringsherum genug. Das Stadtmuseum kann hier, an diesem historischen Ort, ein kleines Informationszentrum zur alten Mitte Berlins eröffnen ...“

„Ich möchte, dass das Gebiet zwischen Fernsehturm und Spree zu 100 Prozent ein öffentlicher Freiraum bleibt. Er sollte allen Bürgern offenstehen, für Junge und Alte, für Arme und Reiche, für Berliner und Besucher, für Familien und Singles. Vielleicht kann man den Raum um weitere Attraktionen ergänzen, einige Ideen, wie den Weltgarten, einen Abenteuerspielplatz oder eine Liegewiese am Humboldtforum gefallen mir gut. Eine Bebauung sollte nicht erfolgen.“

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