Demonstrationen

Berliner gehen gegen Homophobie auf die Straße

An verschiedenen Orten in der Hauptstadt demonstrierten Menschen für mehr Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben. Sie erinnerten damit an den internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie.

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Mehrere Hundert Menschen sind am Sonntag in Berlin für mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen auf die Straße gegangen. Der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands hatte aus Anlass des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie zu der Kundgebung aufgerufen. Nach Angaben der Polizei kamen etwa 150 Menschen am Wittenbergplatz zusammen.

Am Brandenburger Tor fand ein Aktionstag unter dem Motto „Stop Homophobia“ statt. Am Nachmittag demonstrierten dort etwa 120 Teilnehmer. Zu einem ersten „Kiss In“ im Berliner Stadtteil Wedding trafen sich rund 25 Leute, die weiter zum Kottbusser Tor und zum Nollendorfplatz ziehen wollten.

Seit 2005 wird am 17. Mai an Opfer von Gewaltvorfällen erinnert. An dem Tag im Jahr 1990 hatte die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel gestrichen.

Die Zahl schwulenfeindlicher Übergriffe, die bei der Berliner Polizei registriert wurden, lag im vergangenen Jahr bei rund 70. Nach Einschätzungen von Experten gibt es jedoch eine große Dunkelziffer. Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo zählte 502 Fälle von Übergriffen, Beleidigungen und anderen Aggressionen gegen homosexuelle Menschen auf.