Prozess in Berlin

Berliner Feuerwehrmann gesteht Missbrauch von Teenagern

Ein Feuerwehrmann hat vor Gericht gestanden, mehr als zehn Mädchen missbraucht zu haben. „Ich habe Ablenkung gesucht und kam auf den schnellen Sex“, sagte der 50-Jährige.

Ein Feuerwehrmann hat mehr als zehn Mädchen im Teenager-Alter sexuell missbraucht und für Prostitution gewinnen wollen. Vor dem Berliner Landgericht legte der 50-Jährige am Mittwoch ein Geständnis ab. Er habe Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren Geld für Sex geboten, gab der Angeklagte zu. „Ich habe die Unerfahrenheit der Mädchen ausgenutzt, um mich sexuell zu befriedigen“, erklärte er.

In der Anklage sind 13 Jugendliche als Opfer aufgelistet. Der Mann hatte die Mädchen den Ermittlungen zufolge seit Anfang 2013 über die sozialen Netzwerke im Internet angesprochen. Zu elf der Jugendlichen habe der Angeklagte sexuelle Kontakte aufgenommen. Alle Mädchen habe er für einen Escort-Service anwerben wollen. Die Anklage lautet auf Missbrauch von Jugendlichen in mehr als 20 Fällen, Vergewaltigung einer 15-Jährigen und Menschenhandel zum Zwecke sexueller Ausbeutung.

Der Angeklagte erklärte, er sei unglücklich und allein gewesen, nachdem sich seine Frau im Sommer 2012 von ihm getrennt hatte. „Ich habe Ablenkung gesucht und kam auf den schnellen Sex.“ Eine Jugendliche habe ihn auf die Idee mit einem Escort-Service gebracht. „Ich sah es als Möglichkeit, preiswert an Sex zu kommen.“ Er bereue seine Taten sehr.

Zwei 14-Jährige, die einen Nebenjob suchten, wurden laut Anklage die ersten Opfer. Mit Geld für „erotische Massagen“ habe er sie gelockt, gab der Familienvater nun zu. Die Mädchen hätten beim ersten Treffen 50 Euro erhalten. Er habe alle Opfer überreden wollen, für bis zu 250 Euro zu Freiern zu gehen. Wenige Mädchen hätten sich auf den Escort-Service eingelassen.

Eine 13-Jährige hatte sich ihrer Mutter anvertraut. Nach deren Anzeige wurde der Mann aus dem Stadtteil Tegel im Oktober 2014 verhaftet. Die Richter haben dem suspendierten Feuerwehrmann zu Prozessbeginn vor einer Woche im Falle eines Geständnisses, durch das den Mädchen die Aussage vor Gericht erspart wird, eine Strafe von maximal fünf Jahren Haft in Aussicht gestellt. Nach seiner Aussage verzichteten alle Prozessbeteiligten auf eine Befragung der jungen Zeuginnen. Die Verhandlung wird am 20. Mai fortgesetzt.