Denis Boytsov

Boxer im U-Bahn-Tunnel - Polizei geht von Unglücksfall aus

Denis Boytsov wurde mit schweren Kopfverletzungen in einem Berliner U-Bahntunnel gefunden. Ärzte versetzten ihn ins künstliche Koma. Die Ermittler gehen davon aus, dass kein Fremdverschulden vorliegt.

Foto: Anke Fleig / SVEN SIMON / pa/Sven Simon

Eine Woche nachdem ein Berliner Profiboxer bewusstlos im Gleisbett der U-Bahn entdeckt wurde, hat die Polizei erste konkrete Erkenntnisse. Nach intensiver Befragung von Zeugen und der Auswertung des Bildmaterials aus Überwachungskameras gehe man von einem Unglücksfall aus, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Hinweise auf ein Fremdverschulden lägen derzeit nicht vor, so die Sprecherin. Der Zustand des 29-Jährigen, der nach seiner Bergung in ein Krankenhaus eingeliefert und dort in ein künstliches Koma versetzt wurde, ist unverändert.

Denis Boytsov, der in Berlin lebende Schwergewichtsboxer mit russischem Pass, war am 3. Mai von einem U-Bahnfahrer zwischen den Bahnhöfen Bismarckstraße und Wilmersdorfer Straße bewusstlos auf den Gleisen liegend entdeckt worden. Rettungskräfte brachten ihn sofort in eine Klinik. Die Polizei bestätigte am Dienstag, dass bei dem 29-Jährigen schwere Kopfverletzungen festgestellt wurden, die nach seiner Einlieferung in die Klinik sofort operiert wurden. Berichte, wonach Boytsov betrunken gewesen sein soll, kommentierte die Behörde dagegen unter Verweis auf noch laufende Untersuchungen zunächst nicht. Unklar ist derzeit auch noch, woher die Verletzungen des Boxers stammen und wie er in den Tunnel gelangte. Der Fundort liegt in der Nähe der Wohnung, in der der 29-Jährige mit seiner hochschwangeren Frau lebt.

Der ehemalige Jugendweltmeister gehörte von 2004 bis 2012 zum Hamburger Universum-Boxstall. Danach wechselte er nach Berlin in das Unternehmen des Box-Promoters Wilfried Sauerland. In seiner Profikarriere bestritt der 29-Jährige 37 Kämpfe, von denen er 36 gewann. Aufgrund der schweren Verletzungen, die bei seiner Entdeckung im U-Bahntunnel festgestellt wurden, droht ihm allerdings jetzt das vorzeitige Karriereende.

Mutmaßungen, der Boxer sei Opfer eines Verbrechens geworden, hatten durch einen zwei Jahre zurückliegenden Vorfall in Hamburg Nahrung erhalten. Nach angeblichen Vertragsstreitigkeiten zwischen Boytsov und seinem früheren Arbeitgeber, war der Berater des 29-Jährigen im Mai 2013 auf der Straße überfallen und mit einer Eisenstange bewusstlos geschlagen worden. Medienberichten zufolge überlebte der Berater die Attacke nur knapp.