Immer mehr Notfälle

Berlins Rettungsstellen sollen mehr Personal bekommen

Berlins Gesundheitssenator Czaja will die Notfallkliniken der Stadt besser ausstatten. Ab 2016 soll jede eine eigene ärztliche Leitung erhalten. Außerdem sollen Mitarbeiter besser ausgebildet werden.

Foto: Hannibal Hanschke / dpa

Die Notfallversorgung an Berliner Krankenhäusern soll von 2016 an personell gestärkt werden. Entsprechende Ziele verfolge man im neuen Berliner Krankenhausplan, der auch die Finanzierung der Häuser regelt. Das sagte eine Sprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung am Donnerstag.

Rettungsstellen würden bundesweit zunehmend in Anspruch genommen. Für alle 42 Berliner Notfallkliniken sei von 2016 an eine eigene ärztliche Leitung sowie eine Pflegeleitung in der Notaufnahme vorgesehen, erklärte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). Ein Arzt solle als zentraler Ansprechpartner fungieren, das Personal für die Arbeit in einer Rettungsstelle qualifiziert sein. Dazu bereiten Gesundheitsverwaltung und Ärztekammer eine Zusatzausbildung zum Notfallmediziner vor. Geplant seien auch organisatorische Reformen, um die Dringlichkeit ärztlicher Versorgung in einer Rettungsstelle zu gewichten.

Vivantes-Klinikum Neukölln soll neue Rettungsstelle erhalten

Die Rettungsstelle im Vivantes-Klinikum Neukölln gilt als besonders belastet. Fast 80.000 Patienten wurden dort im vergangenen Jahr behandelt, ursprünglich war sie nur für 25.000 Patienten ausgelegt. Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) warnte, bei einer Katastrophe mit mehr als 70 Verletzten wäre das Klinikum nicht mehr in der Lage, alle Betroffenen zu versorgen.

Vivantes entgegnete, das Klinikum Neukölln und die zugehörige Rettungsstelle seien in der Lage, auf Großschadensereignisse zu reagieren. Bei Engpässen gelinge das nicht zuletzt durch engagierte Mitarbeiter und kurzfristige Lösungen. Das Klinikum soll eine neue Rettungsstelle erhalten, ebenso neue OP-Säle und Intensivstationen. Die Kosten von 100 Millionen Euro will Senator Czaja für den nächsten Berliner Doppelhaushalt 2016/2017 anmelden.

Notfallkrankenhäuser laut Gesundheitsverwaltung gut vorbereitet

Die Senatsgesundheitsverwaltung hält die Notfallkrankenhäuser indes auch aktuell im Fall einer Katastrophe für vorbereitet: Die Kliniken hätten sich bei unangemeldeten Übungen bewährt.

Ein Feuerwehrsprecher sagte, Ambulanzen würden stets die nächstgelegene, geeignete Klinik ansteuern. Berichte, wonach das Neuköllner Klinikum bei Notfällen gemieden werde, wollte er weder dementieren noch bestätigen. Rettungsstellen seien grundsätzlich zur Aufnahme akuter Fälle verpflichtet.