Kriminalitätsrate

Alexanderplatz ist Berlins gefährlichster U-Bahnhof

Mord, Totschlag und gefährliche Körperverletzung: Immer wieder gerät der Alexanderplatz wegen Gewaltattacken in die Schlagzeilen. Nun belegt dies eine Statistik - und zeigt, wo es noch gefährlich ist.

Foto: Krauthoefer

Der Alexanderplatz ist die Berliner U-Bahnstation mit der höchsten Kriminalitätsrate. Der Verkehrsknotenpunkt in Berlins Mitte, den täglich Zehntausende Menschen nutzen, steht sowohl bei Mord, Totschlag und gefährlicher Körperverletzung mit 154 Taten als auch bei Diebstahl mit 354 Taten in 2014 ganz oben. Das geht aus einer Antwort der Innenverwaltung auf eine Parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Björn Eggert hervor. „Bild“-Zeitung und die „B.Z.“ (Montag) berichteten zuerst darüber.

Ob Gewalt, Diebstahl, Betrug: Die von der Polizei registrierten Straftaten stiegen auf vielen U-Bahnhöfen an. Zu den gefährlichsten Stationen zählen nach dem Alexanderplatz Kottbusser Tor, Görlitzer Bahnhof, Zoologischer Garten, Hallesches Tor oder Hermannplatz. In die Statistik wurde auch das Bahnhofsumfeld einbezogen.

Kottbusser Tor und Görlitzer Bahnhof folgen

Bei den Gewaltdelikten, wozu auch Erpressung, Nötigung, Freiheitsberaubung, Raub und Sexualdelikte gehören, stehen auf Platz 2 und 3 Kottbusser Tor und Görlitzer Bahnhof mit 123 und 121 Straftaten im vergangenen Jahr. Dann folgen die Stationen Zoologischer Garten (87), Hermannplatz (76) und Osloer Straße (75).

„Viele Menschen, vor allem Familien sind in Berlin auf die U-Bahn angewiesen. U-Bahnhöfe dürfen nicht zu Angsträumen werden“, sagte Eggert. „Wir brauchen nicht nur Sicherheitstechnik auf den U-Bahnhöfen. Wir brauchen auch mehr Sicherheitsleute und Polizei vor Ort bei den Menschen“, forderte der SPD-Politiker.

Hochkonjunktur für Diebe

Diebstähle jeder Art – ob in Läden und Autos, Fahrräder, Trick- oder Taschendiebstahl – haben Hochkonjunktur auf den U-Bahnhöfen Alex (354), Hallesches Tor (347), Kottbusser Tor (309), Görlitzer Bahnhof (170), Schlesisches Tor (164) Osloer Straße (155), Potsdamer Platz (120) und Mehringdamm (118). Schwarzfahrer werden besonders häufig erwischt am Kottbusser Tor (985), am Alex (919), Schönleinstraße (602), am Hermannplatz (600), am Moritzplatz (509), am Görlitzer Bahnhof und am Leopoldplatz (je 438) sowie an der Jannowitzbrücke (407).

Bei Drogendelikten und Verstößen gegen das Asylrecht ist der Görlitzer Bahnhof mit 177 und 145 registrierten Straftaten ganz vorn. Der Hauptbahnhof weist dagegen eine sehr gute Bilanz aus: 2014 wurde dort kein einziges Gewaltdelikt verzeichnet, je sieben Diebstahls- und Drogen- und ein Betrugsdelikt.