Prozess

Mann rammt seiner Ehefrau Messer in den Kopf

Ein 55-Jähriger muss nach einem beinahe tödlichen Angriff auf seine Frau in das Gefängnis. Dass die Frau überlebt habe, sei reiner Zufall, so der Richter bei der Urteilsverkündung.

Ein 55-Jähriger muss nach einem lebensgefährlichen Messerangriff gegen seine Ehefrau für vier Jahre ins Gefängnis. Das Berliner Landgericht sprach den Angeklagten am Montag des versuchten Totschlags schuldig. Der geständige Berufskraftfahrer hatte der 52 Jahre alten Frau ein Messer in den Kopf gerammt. „Es ist reiner Zufall, dass sie noch lebt“, sagte der Vorsitzende Richter.

Fast zwanzig Jahre Ehe lagen hinter dem Paar, als der Angeklagte im Oktober 2014 in der gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Treptow zum Angreifer wurde. Nach zwei Stichen in den Oberkörper habe er mit Wucht in ihren Kopf gestochen, hieß es im Urteil. Das Messer war etwa zwölf Zentimeter tief in den Schädel eingedrungen. Bis heute leide die Verkäuferin unter erheblichen Folgen der Tat.

Der Angeklagte hatte erklärt, die Frau sei zwei Wochen vor der Tat zu ihrer Mutter gezogen. Er sei deshalb verzweifelt gewesen. Seit einer Bandscheibenoperation im Jahr 2013 hätten ihn psychische Probleme belastet. Seine Gewalttat mache ihn fassungslos. Er habe „neben sich“ gestanden. Das Gericht ging von verminderter Schuldfähigkeit aus. Das Urteil entsprach im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft.