Lohn und Gehälter

Einkommen gestiegen - Das verdienen die Berliner

Die Berliner verdienen mehr: Im vergangenen Jahr wurde beim durchschnittlichen Bruttoverdienst die 3000-Euro-Marke übersprungen. Doch es gibt riesige Unterschiede zwischen den Branchen.

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Die Arbeitnehmer in Berlin verdienen mehr Geld. Die Bruttomonatsverdienste aller Angestellten sind nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg 2014 um 1,8 Prozent gestiegen. Im Jahr davor stagnierten die Verdienste der Berliner Beschäftigten.

Einschließlich Sonderzahlungen brachten alle Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten im Durchschnitt brutto 3010 Euro pro Monat nach Hause. Vor Jahresfrist waren es 2956 Euro. Vollzeitkräfte in Berlin konnten ihren Verdienst um 2,4 Prozent steigern und kommen jetzt auf 3696 Euro. Damit liegen sie über dem Bundesdurchschnitt von 3527 Euro. Dabei erhalten Mitarbeiter in der Industrie deutlich mehr (3974 Euro), Dienstleister etwas weniger als der Berliner Durchschnitt.

Die Einkommen im Dienstleistungssektor sind aber mit 2,5 Prozent stärker gestiegen. Auch die Berliner Beschäftigten profitieren von den vergleichsweise hohen Tarifabschlüssen für viele Branchen. Die Tarifgehälter stiegen laut Statistischem Bundesamt 2014 um 3,2 Prozent.

Die Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) verweist auf das starke Wachstum der Berliner Wirtschaft in den vergangenen Jahren: „Das führt dann dazu, dass sich mit einem leichten Zeitverzug auch bei den Löhnen spürbar etwas tut“, sagte UVB-Sprecher Carsten Brönstrup. Berliner Unternehmen müssten sich im Wettbewerb um spezialisierte Fachkräfte auch am höheren Lohnniveau in anderen Regionen Deutschlands orientieren.

Ungelernte bekommen weniger Geld

Gerade die Gruppe der gut qualifizierten Spezialisten und Meister, zu der jeder vierte Arbeitnehmer in Berlin zählt, konnte zulegen. Ihre Verdienste stiegen um rund fünf Prozent auf 4274 Euro. Auch in Vollzeit tätige Facharbeiter, etwa 40 Prozent der Arbeitnehmerschaft, profitierten. Ihre Verdienste stiegen um knapp drei Prozent auf 2938 Euro. Angesichts einer niedrigen Preissteigerungsrate von 0,8 Prozent haben also viele Berliner Arbeitnehmer erstmals seit Jahren real deutlich mehr Geld zur Verfügung. Am unteren Ende der sozialen Leiter sieht die Situation jedoch anders aus. Ungelernte bekamen mit 1794 Euro für einen Vollzeitjob weniger Geld als vor einem Jahr.

400 Euro mehr für leitende Angestellte

Ganz oben in der Pyramide stehen leitende Angestellten, zu denen jeder sechste Arbeitnehmer zählt. Sie verdienen 6901 Euro, 400 Euro mehr als im Vorjahr.

Nicht nur zwischen den Qualifikationsniveaus, sondern auch zwischen den Branchen gibt es erhebliche Unterschiede. Am meisten Geld verdient in Berlin, wer bei Vattenfall & Co in der Energieversorgung tätig ist. Die Krise der Energieunternehmen macht sich zumindest in Berlin noch nicht in den Geldbörsen der Mitarbeiter bemerkbar, gleichzeitig deuten die Zahlen darauf hin, dass die Energiewende Spezialisten für dieses Thema begehrt und entsprechend teuer macht. Einschließlich Sonderzahlungen brachte jeder Beschäftigte der Energiebranche brutto 5843 Euro nach Hause, das war noch einmal ein sattes Plus von 400 Euro gegenüber 2013, wo bereits eine Steigerung von 5,9 Prozent registriert worden war.

Weniger Geld für Beschäftigte in Banken

Die gegenteilige Entwicklung erlebt ein Berufsstand, der bisher immer ziemlich weit vorne lag bei der Bezahlung. Beschäftigte bei Banken, Finanz- und Versicherungsdienstleistern verdienten mit 4871 Euro 2014 weniger als 2013, im Durchschnitt fast 200 Euro. In dem Sektor Information und Kommunikation erhielten die Mitarbeiter im Schnitt 4706 Euro und näherten sich den Bankern an.

Insgesamt bekommen aber 60 Prozent der Berliner Vollzeitbeschäftigten deutlich weniger als den Durchschnittsverdienst von 3010 Euro. Zwar konnte das Gastgewerbe die Verdienste um mehr als fünf Prozent steigern – auf nun 2231 Euro Monatsverdienst für Vollzeitkräfte. Dennoch bleiben Kellnerinnen, Barkeeper und Hotelfachleute deutlich unter dem Berliner Durchschnitt.

Weniger verdienen mit 2206 Euro nur Menschen, die, wie es etwas unbestimmt heißt, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen erbringen. Dazu zählen zum Beispiel Sicherheitsdienste.