Wetter in Berlin

Das müssen Sie zum Start der Grillsaison wissen

Heute werden Temperaturen bis zu 21 Grad erwartet. Für viele Berliner ist die Grillsaison damit eröffnet. Doch wo darf gegrillt werden? Auf dem Balkon? In Parks? Wir beantworten die wichtigen Fragen.

Die ganze Woche über hat das Sonnensymbol für das Wochenende in den Wetter-Apps geleuchtet. Nur manchmal schob sich eine Wolke davor. Panische Ausrufe auf der Arbeit. Der regelmäßige Blick auf die Voraussagen für die freien Tage zwecks Freizeitplanung kann durchaus nervös machen. Einzige stabile Prognose: die Temperatur. Irgendetwas zwischen 18 und 21 Grad. Am Sonnabend soll in Berlin und Brandenburg der bislang wärmste Tag des Jahres werden. Nach aktuellen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes werden in der Region bis zu 23 Grad erwartet. Bereits am Freitag erfreute Hoch „Ostra“ die Berliner mit schönster Sonne und knapp unter 20 Grad.

Das macht Lust auf feine Knospen an Ästen, milder Luft am Morgen, Sommersprossen und, ja, natürlich auf Würstchen. Denn was macht mehr Spaß, als an den ersten Tagen des Frühlings das erste Stück Fleisch auf den Grill zu packen? Bevor es losgehen kann, sollten allerdings noch einige Fragen geklärt sein. Wie jedes Jahr tauchen an dieser Stelle nämlich immer dieselben Unsicherheiten auf. Wo und wie darf man grillen? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen – inklusive einer Übersicht für die ganze Stadt.

Darf ich in Parks grillen?

Ja, Sie dürfen. Allerdings nur in insgesamt sieben Bezirken. Innerhalb dieser gibt es einige wenige öffentliche Grünanlagen, in denen das offiziell von den jeweiligen Straßen- und Grünflächenämtern erlaubt ist (siehe Karte). Jeder Bezirk kann selbst darüber entscheiden, ob und wo Grillen möglich ist. Spandau beispielsweise hat sich ganz dagegen ausgesprochen. Zurückgelassener Müll und kein Benehmen seien die größten Probleme. Im Gegensatz dazu gibt das Bezirksamt Lichtenberg vier öffentliche Grillplätze frei.

Was droht mir, wenn ich außerhalb der festgelegten Plätze grille?

Dann begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld bestraft werden kann. Je nach Bezirk wird die Höhe vom zuständigen Ordnungsamt oder direkt vom jeweiligen Bezirk festgelegt.

Wie sind die Spielregeln?

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat eine Liste von Punkten zusammengestellt, die beim Grillen auf den festgelegten Grünflächen unbedingt beachtet werden müssen. Vorsicht und Nachsicht sind dabei die obersten Gebote. Thema Abfall: Wer den eigenen Grill mitbringt, muss ihn selbstverständlich auch wieder mitnehmen, fordert die Verwaltung. Mülleimer der Grünanlagen sollten nicht für das Entsorgen von Asche, Speiseresten, Papptellern oder Verpackungen genutzt werden. Abfall zieht Krähen, Ratten und Füchse an.

Vorsicht ist geboten: Um sich und andere zu schützen, sollten Äste und Zweige und Parkbänke nicht als Brennholz oder Grillanzünder herhalten müssen. Spiritus, Benzin sowie andere leicht brennbare Flüssigkeiten sind nicht erlaubt, um mögliche Stichflammen zu vermeiden.

Aber auch auf die Positionierung des Grills muss geachtet werden: Lagerfeuer sind verboten! Daher: Nie direkt auf Rasen oder in einer Grube Kohle anzünden. Das Grillen unter Bäumen ist ebenso wenig zu empfehlen – aufsteigender Funkenflug oder die heiße Luft könnten Laub entzünden und beschädigen.

Was auf den Grill darf? Gemüse, Würstchen, Steak. Ganze oder grob zerteilte größere Tiere, so die Senatsverwaltung in ihren Regeln, sind nicht erlaubt.

Darf ich auf meinem Balkon grillen?

Es gibt kein Gesetz, das diese Frage offiziell regelt. Daher empfiehlt Wibke Werner vom Berliner Mieterverein: „Schauen Sie zunächst im Vertrag und der Hausordnung nach Verbot oder Sonderregelungen.“ Von einmal im Monat mit Vorankündigung bis zu sechs Stunden im Jahr gebe es so ziemlich alles in den Vereinbarungen. Ist dazu weiter nichts vertraglich geregelt, dürfe ohne Bedenken gegrillt werden. „Natürlich sollten dabei Belästigungen anderer Mieter oder Schäden jeder Art vermieden werden“, so Werner. Aber aufgepasst: Immer wieder kommt es trotzdem zu Klagen. „Diese werden zivilrechtlich entschieden und somit unterschiedlich verhandelt. Wer aber umsichtig ist und nicht jeden Tag stundenlang Rauch von seinem Balkon aufsteigen lässt, sollte keine Probleme bekommen.“ Auch zur Frage Elektro- oder Kohlegrill gebe es keine festen Regelungen.

Und in meinem Garten?

Die Senatsverwaltung schreibt auf ihrer Internetseite: Auf Privatgrundstücken ist Grillen grundsätzlich erlaubt. Und auch hier gilt: Solange es die Nachbarn nicht belästigt.

Was sagt die Feuerwehr?

„Jeder, der einen Grill betreibt – ob draußen oder auf seinem Privatgrundstück – muss für mögliche Schäden aufkommen und ist damit voll haftbar“, sagt Sven Gerling, Sprecher der Berliner Feuerwehr. Daher empfiehlt er ausdrücklich, eine ständige Beobachtung des Grills sowie erhöhte Aufmerksamkeit, um Folgebrände, Verletzungen oder möglichen Funkenflug zu vermeiden. „Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten sollte man keinesfalls einsetzen – ausschließlich handelsübliche Grillanzünder.“ Aber auch hier weist Gerling darauf hin: „Lesen Sie vorher die Gebrauchsanweisung.“ Um Verbrennungen durch Wasserdampf zu vermeiden, „sollte das Feuer nie mit Wasser gelöscht werden, Löschdecke oder Sand sind sichere Alternativen“, so der Feuerwehrsprecher. Natürlich sei außerdem ein fester Stand des Grills wichtig und während des Betriebs sollte dieser nicht herumgetragen werden. Bei herkömmlichen Geräten von der Tankstelle ohne Füße sollte zusätzlich auf den Untergrund geachtet werden: „Rasen oder Pappe sind nicht geeignet.“ Gerling warnt außerdem vor dem geruch- und farblosen Gas Kohlenmonoxid. Glühende Kohle kann dieses unbemerkt absondern und hat bereits zu mehreren Todesfällen geführt. „Tragen Sie den Kohlegrill daher niemals in Ihre Wohnung.“ Bevor die Grillkohle endgültig in den Müll geworfen wird, sollte sichergestellt werden, dass nichts mehr glüht.

Wie ist es in Brandenburg?

Mit ausgedehnten Kiefernwäldern und wenig Regen ist Brandenburg bundesweit das Land mit der höchsten Waldbrandgefährdung. Hier kommt es zu einem Drittel aller Waldbrände in Deutschland. Grundsätzlich besteht ein striktes Grillverbot in den Wäldern. Auch das Grillen und offenes Feuer am Waldrand sind nicht gestattet. Ebenfalls untersagt ist das Grillen an Seeufern in Waldnähe.