Wappentier

Berliner Stadtbärin Schnute wird nicht eingeschläfert

Ein Berliner Tierschützer hatte gefordert, Stadtbärin Schnute angesichts ihres Zustands einzuschläfern. Die zuständige Amtsärztin widerspricht der Forderung - und seinen Beobachtungen.

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Die zuständig Amtsärztin Maria Elena Kaschubat sieht keinen Grund, die 35 Jahre alte Stadtbärin Schnute einzuschläfern. Schnute weise alle Merkmale auf, die das altersentsprechende Wohlbefinden eines Tieres in Gefangenschaft belegen, sagte die Ärztin am Mittwoch. Allerdings sei die Bärin aus dem Zwinger im Köllnischen Park überdurchschnittlich alt. Zudem leide sie an Arthrose. Dagegen werde seit langem mit entzündungshemmenden Medikamenten sowie Schmerzmitteln vorgegangen.

Wie bei einem Menschen sind bei einem derartigen Krankheitsbild Temperaturveränderungen besonders schmerzhaft. „Schnute ist durch den plötzlichen Wetterwechsel beeinträchtigt: Anfang März wurde es sehr warm, nun erlebt sie wieder kalte Temperaturen“, so Kaschubat, die im Auftrag des Ordnungsamtes Mitte am Vormittag am Bärenzwinger gewesen war.

Amtsärztin widerspricht Tierschützer

In den drei für einen Tierarzt maßgebenden Punkten kam sie zu einem positiven Ergebnis: Schnute nehme ganz normal Nahrung zu sich, zeige kein depressives Verhalten. Es sei viel mehr das sogenannte Komfortverhalten zu beobachten: „Das Tier kratzt sich an Bäumen, am Gitter und lässt sich auch mal vom Tierpfleger kraulen, der es seit zwölf Jahren begleitet“, sagte die Amtstierärztin. Zudem zeige es bei Veränderungen im Gehe noch Neugier.

Den Streit um die Zukunft von Stadtbär Schnute hatte der Protest des Berliner Tierschützers Stefan Klippstein angestoßen. Er hatte bei einem Besuch am Bärenzwinger den Eindruck gewonnen, dass Schnute sich in einem so schlechten gesundheitlichen Zustand befinde, dass der Bär besser eingeschläfert werden sollte. Eine entsprechende Forderung hatte er an das Bezirksamt gesandt.