Prozess in Berlin

Angeklagter gesteht, 13-Jährige geschwängert zu haben

Vor Gericht hat ein 41 Jahre alter Berliner zugegeben, ein 13 Jahre altes Mädchen missbraucht zu haben. Die Tochter einer Nachbarin wurde schwanger.

Ein 41-jähriger Berliner hat gestanden, die 13 Jahre alte Tochter einer Nachbarin geschwängert zu haben. „Erst half sie mir bei der Aufzucht von zwei kleinen Katzen, dann wurde es Freundschaft“, sagte der Tischler am Montag zu Prozessbeginn am Landgericht. Einmal sei es zu Sex gekommen. Das war vor 15 Jahren. Bis zur Geburt des gemeinsamen Kindes Ende 2000 sei er mit der 13-Jährigen befreundet gewesen.

Die Staatsanwaltschaft geht von zwei Missbrauchs-Opfern aus. Ab Sommer 2009 soll der Angeklagte auch seine damals zehnjährige Stieftochter missbraucht haben. Der Verteidiger sagte, die weiteren Missbrauchsvorwürfe bestreite sein Mandant.

Im Fall der Stieftochter sind zwölf Taten bis September 2013 angeklagt. Zu den Taten sei es in der Wohnung der Familie im Stadtteil Pankow gekommen. Die inzwischen 15-Jährige hatte sich Angaben zufolge an das Jugendamt gewandt und das Verfahren gegen ihren Stiefvater ins Rollen gebracht.

Gerichtlich zu einem Vaterschaftstest verpflichtet

Im Fall der 13-Jährigen hatte das Jugendamt im Jahr 2004 erwirkt, dass der Tischler gerichtlich zu einem Vaterschaftstest verpflichtet wird. Seitdem zahle er für seine Tochter Unterhalt, erklärte der Angeklagte. Einen Kontakt zu dem Mädchen gebe es nicht. Die Mutter des Kindes sei im August 2012 im Alter von 25 Jahren an den Folgen einer Erkrankung gestorben, hieß es am Rande der Verhandlung.

Als erste Zeugin im Prozess wegen schweren Kindesmissbrauchs sagte die Stieftochter des Angeklagten aus, die auch Nebenklägerin ist. Auf Antrag ihrer Anwältin schloss das Berliner Landgericht zum Schutz der Jugendlichen die Öffentlichkeit aus. Sie habe die Vorwürfe vor Gericht wiederholt, hieß es in einer Prozesspause. Das Mädchen lebt derzeit in einer betreuten Wohngemeinschaft.

Die Verhandlung gegen den nicht vorbestraften Angeklagten wird am 17. April 2015 fortgesetzt.