Unwetter

Umgekippte Bäume und weiterhin „gefährliche Lage“ in Berlin

Sturm „Mike“ hat zahlreiche Bäume in der Region entwurzelt - verletzt wurde niemand. Schon am Dienstag erwarten Meteorologen neue Stürme und warnen vor einer „gefährlichen Lage“.

Foto: dpa

Ein heftiger Sturm hat in der Nacht zu Montag in Berlin und Brandenburg zahlreiche Bäumen umgestürzt. Verletzt wurde dabei nach ersten Angaben der Feuerwehr in Berlin und der Polizei in Potsdam niemand.

In Berlin registrierte die Feuerwehr bis zum frühen Morgen knapp 40 witterungsbedingte Einsätze. Sie galten umgestürzten Bäumen oder lockeren Bauteilen. So musste am Morgen in Neukölln um 7.40 Uhr die Silbersteinstraße kurzzeitig in beiden Richtungen zwischen Hermannstraße und Hertastraße gesperrt werden. “Dort waren Dachziegel herabgestützt“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Laut Mitteilung der Berliner S-Bahn via Twitter ist das S-Bahn-Netz der Haupttstadt derzeit nicht von Sturmschäden betroffen.

Die durch die Sturmschäden zeitweilig unterbrochenen ICE- und IC-Bahnstecken Hamburg-Hannover und Berlin-Wolfsburg sind am Montagmorgen wieder in Betrieb gegangen. Lediglich die Strecke zwischen Hannover und Hamburg werde voraussichtlich noch bis 11 Uhr umgeleitet, sagte ein Bahnsprecher. Hier gebe es Verspätungen bis zu 45 Minuten.

In der Nacht hatten die Reisenden wegen Umleitungen nach Schäden durch umstürzende Bäume an den Oberleitungen dagegen Verspätungen auf der Hamburg-Strecke bis zu einer Stunde, auf der Berlin-Strecke von bis zu 100 Minuten hinnehmen müssen.

>> Eine Übersicht der Beeinträchtigungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn - hier

Am Tag hält der starke Wind an. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam warnt vor vereinzelten schweren Sturmböen, kräftigen Schauern und Gewitter. Der Wind weht frisch bis stark, in Böen stürmisch aus West. Am Dienstag halten sich viele Wolken, nur selten findet die Sonne Wolkenlücken. Zeitweise fällt Regen. Örtlich sind Sturm- und Orkanböen bis 100 km/h möglich.

Meteorologe warnt vor „gefährlicher Lage“

Vorwarnungen der Warnstufe rot vor orkanartigen Böen hat die MeteoGroup Unwetterzentrale in Bochum bereits am Sonntag für das ganze Land herausgegeben. Der MeteoGroup-Experte Thomas Sävert sagte: „Mit dem Orkan Kyrill kann der Sturm zwar nicht ganz mithalten, aber es handelt sich um eine gefährliche Lage, die man nicht unterschätzen sollte und bei der es einige Schäden geben kann.“ Der Orkan Kyrill war im Januar 2007 über Europa hinweggefegt und hatte europaweit 47 Todesopfer gefordert.

Bereits in der Nacht zum Dienstag erfasse das Sturmfeld des Tiefs den Westen Deutschlands. Bis zum Dienstagmorgen würden weite Landesteile erfasst. Den Höhepunkt des Sturms erwartet der Meteorologe in der Westhälfte am Dienstagvormittag und in den Mittagsstunden, nach Osten hin erst am Nachmittag und am Abend. Auch am Mittwoch müsse nach Abzug des Sturmtiefs verbreitet mit Sturmböen gerechnet werden.

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