Wasserbetriebe

Berlins Wasser wird nicht teurer – aber auch nicht billiger

Trotz Tarifsenkung haben die Berliner Wasserbetriebe 2014 einen Gewinn gemacht. Denn es wird wieder mehr verbraucht. Die Preise bleiben bis 2018 stabil. Sorgen wegen mehr Sulfat in der Spree.

Foto: Friedrich Bungert / dpa

Die Berliner Wasserbetriebe führen in diesem Jahr 99,8 Millionen Euro aus ihrem Gewinn an den Berliner Haushalt ab. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Jörg Simon am Freitag bei der Vorstellung des Geschäftsberichts. „2014 war das erste Jahr für die Wasserbetriebe nach der Rekommunalisierung, und es war ein gutes Jahr“, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens ist. „Die Bürger profitieren davon.“ Im vergangenen Jahr hatten die Wasserbetriebe nach einem Beschluss des Bundeskartellamts die Frischwasserpreise um 15 Prozent und die Abwasserpreise um 6,4 Prozent gesenkt. Seit dem 1. Januar zahlen die Berliner Verbraucher 1,69 Euro für das Frischwasser und 2,31 Euro für das Schmutzwasser je Kubikmeter. Die Preise sollen bis 2018 stabil bleiben, verspricht das Unternehmen.

Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Jörg Simon schlägt sich der Zuzug nach Berlin auch beim Wasserverbrauch nieder. In den vergangenen Jahren sank der Verbrauch in Berlin regelmäßig, 2014 ist er wieder gestiegen. Die Wasserbetriebe verkauften insgesamt 190 Millionen Kubikmeter Frischwasser an ihre Kunden und damit eine Million Kubikmeter mehr als im Jahr zuvor.

Spree mit Sulfat belastet

In diesem Jahr planen die Wasserbetriebe Investitionen in Höhe von 313 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg um 50 Millionen Euro zum Vorjahr. Vor allem das Kanalnetz und die Klärwerke sollen modernisiert werden. Mit Sorgen blicken die Wasserbetriebe derzeit auf die unerwartet hohe Sulfatbelastung in der Spree. Vermutlich aus dem Lausitzer Tagebau wird der in hohen Mengen giftige Stoff in den Fluss gespült. Die Belastung im Wasserwerk Friedrichshagen ist in den vergangenen Monaten auf 150 bis 180 Milligramm je Liter gestiegen. Der Grenzwert liegt bei 250 Milligramm. „Wir sehen im Moment noch keinen Handlungsbedarf“, sagte Simon am Freitag und verwies darauf, dass der Sulfatanteil bei einigen beliebten Mineralwassermarken mit 400 Milligramm deutlich höher liegt. Sollte die Sulfatbelastung in der Spree weiter steigen, würden die Wasserbetriebe die Fördermenge in anderen Wasserwerken der Stadt erhöhen, um die Belastung zu senken.

Weiter unklar ist, welche Rolle das kommunale Stadtwerk bei der Berliner Energiewende spielen soll. Wasser-Chef Simon wurde vom Senat beauftragt, ein Stadtwerk unter dem Dach der Wasserbetriebe zu gründen und aufzubauen. Derzeit betreibe das Stadtwerk zwei Windkraftanlagen im Umland von Berlin und stehe in Verhandlungen mit anderen Betreibern, um den Anteil der erneuerbaren Energien im Berliner Energiemix zu erhöhen.

Dazu verhandelt das Stadtwerk derzeit auch mit allen Berliner Wohnungsbaugesellschaften, um Photovoltaikanlagen auf den Dächern landeseigener Mietshäuser zu errichten. Noch in diesem Jahr soll es zu ersten sogenannten Mieterstrom-Projekten kommen, die die Energiekosten für die Mieter landeseigener Wohnungen senken.

Im Senat ist der Ausbau des Stadtwerkes umstritten. Die SPD will, dass es auch als Energiehändler auftritt und um eigene Kunden wirbt, die CDU lehnt das ab. Neben Solaranlagen sollen auch dezentrale Blockheizkraftwerke in Wohnhäusern errichtet werden, um sich von der Abhängigkeit des schwedischen Vattenfall-Konzerns als Berlins führendem Energieversorger zu lösen.