SPD Berlin

Müller will lieber regieren als Wahlkampf

2016 wird in Berlin gewählt. Doch Michael Müller setzt erst einmal darauf, für die Berliner zu arbeiten. Den Wahlkampf überlässt er der CDU - vorerst.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Im kommenden Jahr wird gewählt in Berlin. Für Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller geht es nach nicht mal zwei Jahren um alles. Eineinhalb Jahre vor der Abgeordnetenhauswahl ist es nach Ansicht von Müller jedoch noch zu früh für harten Wahlkampf. „Es ist Zeit zum Regieren, das erwarten die Leute von uns“, sagte Müller am Sonntag auf einer Tagung des SPD-Landesvorstands.

Die SPD werde sich darauf konzentrieren, für die Berliner zu arbeiten. „Wenn andere politische Mitbewerber Wahlkampf machen wollen, sollen sie das tun und sich mit sich selbst beschäftigen“, sagte Müller an den Koalitionspartner CDU gewandt.

Der SPD sei es zuletzt gelungen, Vertrauen zurückzugewinnen. Jetzt müsse sich die Partei wieder etwas zutrauen, forderte Müller. Nach Forsa-Daten sind die Sozialdemokraten in Berlin derzeit stärker als im Bund. Bei Abgeordnetenhauswahlen würden sie fünf Prozentpunkte mehr erreichen als bei Bundestagswahlen, sagte Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner. Bei der CDU sei es genau umgekehrt. Güllner, der selbst SPD-Mitglied ist, bezog sich auf Umfragen unter 1000 Berlinern im Auftrag der „Berliner Zeitung“.

Piraten Exoten, FDP ohne Führungspersonen

Piraten und FDP haben nach seiner Einschätzung keine Zukunft in Berlin. Die Piraten hätten sich als Exoten erwiesen, der FDP fehlten Führungspersonen. Für die Linke sagte er weitere Rückgänge voraus, die Grünen dagegen hätten ein stabiles Wählerpotenzial. Auch die CDU habe „einen festen Block im Westteil“.

Müllers Arbeit werde positiv bewertet, sagte Güllner. Die Berliner hielten ihn mehrheitlich für kompetent, geradlinig, glaubwürdig und sympathisch. CDU-Chef Frank Henkel erreiche hingegen bei Machtbewusstsein und Führungsstärke höhere Werte.